Erstmals Bibernachwuchs in der Stadt Zürich?

Im Bereich der Werdinsel lebt ein Biberpärchen. Die Chancen stehen gut, dass es im Frühling Junge bekommt.

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Am Spitz der Werdinsel, wo Limmat und Kanal zusammentreffen, sind die Biberspuren nicht zu übersehen. Bäume liegen auf dem Boden, teilweise sind ganze Stämme abgenagt und haben keine Rinden mehr. Sogar im Flussbad Au im oberen Teil der Werdinsel haben sich die Nagetiere schon an einen mächtigen Baum herangemacht – direkt gegenüber dem Badeeinstieg in den Kanal.

In diesem Gebiet leben vermutlich zwei Biber, sagt Alice Wassmer, stellvertretende Leiterin der kantonalen Biberfachstelle. Man habe im letzten Jahr eine Sichtmeldung erhalten. Das Biberpaar hat seinen Bau allerdings nicht auf der Werdinsel, sondern im Bereich der Kläranlage in Altstetten.

Bis jetzt gebe es zwar noch keine Hinweise auf Jungtiere. Da sich Biber aber jeweils im Januar und Februar paaren und die Jungen erst nach hundert Tagen zur Welt kommen, ist laut Wassmer die Chance gross, dass es im April oder Mai erstmals auf Stadtgebiet Bibernachwuchs geben könnte.

Bäume vor allem im Winter

Dass jetzt vor allem abgenagte Bäume zu sehen sind, überrascht die Fachfrau nicht. Biber würden sich hauptsächlich im Winter an Bäumen gütlich tun, um an Rinden und Knospen zu gelangen. Im Sommer hätten die reinen Pflanzenfresser ein grosses Angebot von Pflanzen. Sehr gerne essen sie beispielsweise Schilf, aber auch Zuckerrüben und Mais.

Müller M. (2017): Aktuelle Situation des Bibers und seine Bestandsentwicklung seit dem Winter 2013/14 im Kanton Zürich. Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich.

Das Biberrevier in Höngg/Altstetten ist das einzige auf Stadtgebiet. Es ist seit 2014 besetzt. Weitere stadtnahe Reviere befinden sich an der Glatt in Wangen-Brüttisellen und an der Limmat in Dietikon. Der Biberbestand im Kanton Zürich betrug Ende April letzten Jahres 394 Tiere. Biber sind standorttreu. Die Paare bleiben in ihren Revieren. Die Jungen müssen nach dem zweiten Lebensjahr abwandern und ein neues Revier suchen.

Keine Biberburgen bei uns

Im Gegensatz zu den riesigen Biberburgen, wie sie aus Kanada bekannt sind, wohnen die Schweizer Biber vielfach in unterirdischen Erdbauten, deren Eingang im Wasser liegt. Es kommt auch vor, dass sie sogenannte Mittelbauten herstellen. Dies ist dann der Fall, wenn die Decke der unterirdischen Erdbauten einfällt und die Biber einen Asthaufen darüber errichten. Dämme, um das Wasser zu stauen, haben die Tiere im Bereich der Werdinsel nicht errichtet. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.02.2018, 16:14 Uhr

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