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Es bleibt laut – trotz Tempo 30

Zürich will seine Bevölkerung vor Verkehrslärm schützen. Doch die neuen Geschwindigkeitslimiten zeigen wenig Wirkung. Der Stadtrat muss deshalb Kritik einstecken und mit Klagen rechnen.

Stefan Häne

Die Order kommt aus Bern. Ende März läuft die Frist für die Strassenlärmsanierung aller kommunalen und überkommunalen Strassen ab. Seit 1987 hatten Bund, Kantone und Gemeinden Zeit, diesen Auftrag auszuführen. Doch in der Stadt Zürich, seit den 1990er-Jahren in linker Hand, wohnen heute noch immer circa 140'000 Menschen in Häusern mit einer Lärmbelastung über den Immissionsgrenzwerten und sind in ihrem Wohlbefinden also gestört. Das ist ein Drittel der Stadtbevölkerung. In keiner anderen grossen Deutschschweizer Stadt gibt es, sowohl absolut als auch prozentual gesehen, mehr solcher Lärmgeplagten als in Zürich, wie der Städtevergleich Mobilität 2015 zeigt.

Um die Zahl der Lärmbetroffenen zu senken, setzt der Stadtrat mitunter auf eine umstrittene Massnahme: Tempo 30 statt 50 auf Hauptstrassen. Auf vier Abschnitten gilt das neue Regime bereits, auf zwanzig weiteren ist die Einführung geplant. Bürgerliche Politiker und Autoverbände geisseln diese Massnahme als unverhältnismässig: Der rot-grüne Stadtrat handle rein ideologisch, monieren sie. Er wolle einzig den Verkehrsfluss auf wichtigen Verkehrsachsen behindern. Was hat es damit auf sich?

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