Es hapert mit dem Kongresshausbau

Die Renovation des «Flickwerks»mit der Tonhalle kostet mehr. Auch wird sie nicht wie geplant im Herbst 2020 eröffnet.

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Die Aussage von Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) sagt schon viel: «Beim Kongresshaus und der Tonhalle handelt es sich um eine Aufgabe, die in ihrer Kom- plexität kaum zu übertreffen ist.» Frühere Baumassnahmen am filigranen Bauwerk hätten das Kongresshaus und die Tonhalle zu einer Art Flickwerk werden lassen, führte Odermatt am Freitag aus. Er informierte zusammen mit Vertretern der Kongresshaus-Stiftung und der Tonhalle-Gesellschaft die Medien.

Die Folgen dieser Bedingungen liegen auf der Hand: Die Bauarbeiten dauern länger als geplant, die Kosten sind höher als angenommen. Eröffnet wird der renovierte Bau sechs Monate später als geplant im März 2021. Konkret kostet der Bau 9,4 Millionen Franken mehr als die veranschlagten 165 Millionen Franken. Die Tonhalle-Gesellschaft hat zusätzliche Kosten von 3,7 Millionen Franken, weil der Bau verspätet eingeweiht wird.

Zielkonflikte und Unschärfen

Wie schwierig das Bauprojekt ist, lässt sich zwischen Zeilen herauslesen. Die Bausubstanz ist schlechter als gedacht. Zudem gäbe es «Zielkonflikte und Unschärfen in der Planung». Die komplexe Ausgangslage und die Anforderungen an einen modernen Betrieb mit dem denkmalgeschützten Gebäude in Übereinstimmung zu bringen, etwa der behindertengerechte Ausbau oder die moderne Technik, war schwieriger als angenommen.

Zudem mussten die Ausführungspläne nachgebessert werden, weil sie zu wenig detailliert waren. «Eine Erhöhung des Kredits ist daher notwendig, damit wir das Kongresshaus und die Tonhalle für die nächsten Jahrzehnte und die vielen tausend Gäste so herrichten können, wie wir das alle wünschen», sagte Odermatt vor den Medien. Diese Aufgabe lasse sich nicht verschieben. «Diese Chance müssen wir heute packen!»

Eröffnungstermin wird verschoben

Betroffen von den Verzögerungen ist vor allem die Tonhalle-Gesellschaft. Intendantin Ilona Schmiel sprach von einer massiven Herausforderung. «Damit wir diese ziel- und lösungsorientiert professionell angehen können, sind wir auf den Beitrag von 3,7 Millionen Franken angewiesen.»

Jean-Marc Hensch, Präsident des Verwaltungsrates der Kongresshaus Zürich AG, äusserte sich wie folgt: «Die Verschiebung des Eröffnungstermins hat für uns reputationsmässig und finanziell einige Nachteile. Wir stehen jedoch voll hinter diesem Entscheid. Für uns ist nämlich entscheidend, dass wir vom Start weg die einwandfreie Qualität gewährleisten können, die Veranstalter und Besucher von uns erwarten.»

Erstellt: 12.04.2019, 12:04 Uhr

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