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Es ist ein: Osterhafi!

«Wie soll der Hafenkran heissen?», haben wir gefragt – und wurden mit Antworten überhäuft. Hier eine kleine Auswahl der Vorschläge.

Der Hafenkran regt zu intellektuellen Höchstleistungen an. Foto: Doris Fanconi
Der Hafenkran regt zu intellektuellen Höchstleistungen an. Foto: Doris Fanconi

Welchen Namen hat er verdient, der Hafenkran? So einfach die Frage klingt, so schwierig ist die Antwort. Weil ein Name, ob einem Menschen oder einem Ding, halt doch eine Klangfarbe mit auf den Weg gibt. Eine, die ihm möglicherweise nicht gerecht wird. Nicht umsonst haben die Indianer gewartet und den Säugling erst «Grosser Büffel» genannt, als der kleine sichtbar war. Wird jedenfalls kolportiert und gross verändern wird sich der Kran ja nicht mehr, höchstens die Beziehung zu ihm. Und diesbezüglich spurt ein Name halt doch eine Richtung vor. So wird – um beim Indianerbeispiel zu bleiben – ein «Kleines Federchen» gewisse Vorbehalte gehabt haben, wenn es im Kampf gegen den «Grossen Büffel» ging.

Vermenschlichen?

Wie soll man den Kran also nennen? Gar nicht geht nicht, weil «der da am Limmatquai» auch eine Bezeichnung ist, eine eher abschätzige obendrein. Technisch? HKRDDR 63 zum Beispiel, was für Hafenkran Rostock DDR usw. stehen würde? Das wäre die Bärengraben-Variante, wo Jungbären nicht mehr Ursus und Nadeschkin heissen, sondern 3 und 4, was den späteren Abschied vereinfacht. Oder soll man ihn als «Rosthans» doch vermenschlichen, um ihm dann mit Tränen in den Augen Lebewohl zu sagen? Wir haben Sie gefragt. Sie haben uns mit Antworten überhäuft. Hier eine Auswahl:

Ingeborg würde den Kran Quasimodo taufen: «Ein hässlicher Kerl zwischen schönen Kirchtürmen.» Urs Stähli schlägt Chäs vor, ein Name, der intellektuell nachvollziehbar sei auch für gestandene SVP-Politiker, die kaum ihre Namen richtig schreiben könnten. Georg Beckmann findet Stüürgeld-Bagger passend, Elfi Bauermeister Ungeheuer, Hans Schudel Langer Rost-Stock. Valerie Grassi findet Green Piece schön, weils nach Greenpeace töne, Gabriella Groppetti schlägt Kran-Ich vor, da dieser in luftiger Höhe laviere und das Selbstvertrauen des viel geschmähten Kunstwerks gestärkt werden solle. Sein Vorschlag sei, schreibt mit besten Grüssen René: Wamo , was für Waser–Morgenthaler oder das schlecht ausgesprochene spanisches Wort «vamos» stehe, «gehen wir!» (wohin nur, fragt man sich).

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Jasmin Jakob verleiht dem Kran den Namen Oscar, «weil er ihn verdient hat», Andreas Blättler findet, er müsse Glotzi heissen, weil er uns anglotze und wir ihn. Franz Rueb schlägt s Chränli vor, da es sich um ein «sehr kleines Ideeli» handle, das typisch «Mir sind ja so liebi Lüütli»-schweizerisch daherkomme, wie «es Chrömli, es Fränkli oder es Härzli», was ihm ein Graus sei. Beat Studer schreibt: «Im Hinblick auf Hafenkrans wundersame Wiederauferstehung in der Osterwoche und in leichter Abwandlung von Gerhard Polts Osterhasi schlage ich den Spitznamen Osterhafi vor.» Jörg Riedo ist für Häfi, Ursi Burkhard für Hakra, Hanna Weik für Rösti, Reto Scherrer für Lupfox (Lupfen und Oxyd), Frau Bauz für Kranberry, Hans Günter für Martins Darling, Guido Fauster für Mumpitz und Ralph Schmid für Gernegross.

Margrit-Anna Brunner hat sich den Namen Zhakra ausgedacht – und dazu noch gleich einen Vers verfasst: «Zürich, Kranich, Krandu, Kransie, Kraner, Kran hin und her, der Kran wiegt schwer, wo nimmt der Zhakra wohl das Meer her?» Moritz will den Hafenkran schlicht Krani nennen, Susanne Ögli und Theodorus Armleuchter. Alessandro Piccinno ist für Zürcher Rostbröckli («Erinnert an zwei Klassiker: 1. Zürcher Geschnetzeltes und 2. Mostbröckli. Kulinarisch zwei Gegensätze, so wie die vielen Hafenkran-Befürworter und -Gegner»). Und Etienne kommt schliesslich mit einem Spitznamen, «der alle Kritiker verstummen lässt»: Swagatron 9000.

Fassen wir zusammen: So sehr das Chränli aneckt, und dieses Gefühl schimmert beim Gros der Namensvorschläge durch, so gross scheint das Bedürfnis zu sein, den Glotzi halt doch irgendwie zu benennen.

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