Gerold-Areal

Ewiges Dazwischen

Weil das Kongresszentrum gescheitert ist, bleibt das Gerold-Areal in heutiger Form noch lange erhalten.

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Auf dem Gerold-Areal spürt man bis heute, was Zürich-West einst so aufregend machte: Clubs, Ateliers, Läden, Restaurants auf engem Raum, untergebracht in alten Gewerbehäusern. Bis morgen gastiert dort der Radiosender Rundfunk FM. Lange sah es danach aus, als ob auch eine der letzten improvisierten Zonen einem Neubau weichen müsse. Die Stadt wollte auf dem Areal zwischen Bahnviadukt und Bahnhof Hardbrücke das neue Kongresszentrum eröffnen.

Der Plan scheiterte. Die Stadt, die bereits über die Hälfte des Areals gekauft hatte, konnte sich nach langen Verhandlungen nicht mit Georg Mayer-Sommer einigen, einem Recycling-Unternehmer, dem ein grosses Stück in der Mitte gehört. Ohne dieses lässt sich kein Grossprojekt umsetzen. 2013 war das Kongresszentrum Gerold beerdigt, die Arealzukunft lag wieder weit offen.

Derzeit weist alles darauf hin, dass Rosso, Helsinki, Gerolds Garten, Hive, Supermarket und alle anderen Mieter noch lange bleiben können. «Wir haben auf absehbare Zeit keine Absichten, das Areal neu zu bebauen», sagt Jürg Keller, Vizedirektor der städtischen Liegenschaftenverwaltung. Man betrachte die Grundstücke als Landreserve.

Es geht nur zusammen

Auch Georg Mayer-Sommer sieht «die Rahmenbedingungen für eine vorläufige Kontinuität der heutigen Nutzung als gegeben», wie er Tagesanzeiger.ch/Newsnet schreibt. Das jetzige Angebot spreche weite Teile der Bevölkerung an, lasse aber auch Raum für Nischenangebote. Gerade diese würden stark zum «breiten Erfolg» des Gerold-Areals beitragen.

Neu ist, dass die Stadt ihre Parzelle neben dem Bahnhof Hardbrücke ab Anfang 2016 selber bewirtschaftet. Bisher hat sie das ganze Grundstück an Georg Mayer-Sommer abgegeben, der sie an die Nutzer weitervermietete. Die Kündigung sei keine Bestrafung dafür, dass die Zusammenarbeit beim Kongresszentrum nicht klappte, sagt Jürg Keller. «Es war schon lange vorgesehen, dass wir das Grundstück direkt vermieten – wie wir das auch sonst tun.» Die Stadt will die bisherigen Verträge unverändert übernehmen. Für die Mieter ändere sich also nichts.

Die Eigentümer auf dem Gerold-Areal – dazu gehört auch die Heilsarmee – werden auch künftig kaum um eine Zusammenarbeit herumkommen. Jürg Keller: «Jeder könnte für sich selber bauen, aber es wäre viel sinnvoller, das Land gemeinsam zu entwickeln.» (bat)

Erstellt: 14.08.2015, 20:44 Uhr

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