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Extremsport Tram-Flirten

Die VBZ haben eine Dating-Seite für ihre Fahrgäste eingerichtet. Doch ein Selbsttest zeigt: Kennenlernen auf die analoge Art funktioniert immer noch.

«Darf ich dir meine Nummer geben?»: Ein Anmachspruch, der in Zürcher Trams wirkt.
«Darf ich dir meine Nummer geben?»: Ein Anmachspruch, der in Zürcher Trams wirkt.
Keystone

Der Mann hat einen Fensterplatz im 32er-Bus. Er trägt ein weisses Hemd, sein schwarzes Haar ist leicht angegraut. Während zehn Haltestellen versuche ich, seine Aufmerksamkeit zu erregen. Ich stelle mich absichtlich in sein Blickfeld, doch seine Augen starren stur aus dem Fenster. An der elften Station steigt er aus. Und ich hinterher. Mir fällt auf die Schnelle nichts Besseres ein, als ihm auf die Schulter zu tippen und die verirrte Blondine zu spielen. Sehr sachlich versucht er, mir den Weg zurück zur Innenstadt zu erklären. Weil seine Augen von nahem noch fesselnder sind, setze ich nochmals an: «Ich bin eben vom Land und kenne mich noch nicht so gut aus.» In Gedanken füge ich an: «Möchtest du mir vielleicht Zürich etwas näherbringen?» Aber das muss er sich schon selber zusammenreimen. Tut er nicht. Er wünscht mir Glück bei der weiteren Reise und läuft zügig davon.

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