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Falsche Federn

Im Zürcher Zoo ist ein Baby-Bartkauz der neue Star. Das Tier, das aussieht wie ein heller Wollknäuel, fällt im Gehölz des Käfigs sofort auf. Denn die junge Eule schmückt sich mit dem «falschen» Federkleid.

lcv
Der weisse Bartkauz döst in der Voliere, anlässlich des traditionellen Zoo-Apéros am Mittwoch, 11. Juli 2012. Noch ist ungewiss, ob die junge Eule ein Albino oder einfach hell gefiedert ist.
Der weisse Bartkauz döst in der Voliere, anlässlich des traditionellen Zoo-Apéros am Mittwoch, 11. Juli 2012. Noch ist ungewiss, ob die junge Eule ein Albino oder einfach hell gefiedert ist.
Keystone
Nicht nur bei den Eulen gab es Nachwuchs: Ein junger Nasenbär folgt seiner Mutter durch das Aussengehege.
Nicht nur bei den Eulen gab es Nachwuchs: Ein junger Nasenbär folgt seiner Mutter durch das Aussengehege.
Keystone
Die drei jungen Nasenbären gehen aber auch schon ganz alleine auf Entdeckungstour.
Die drei jungen Nasenbären gehen aber auch schon ganz alleine auf Entdeckungstour.
Keystone
Auch die Schneeleoparden haben Zuwachs erhalten.
Auch die Schneeleoparden haben Zuwachs erhalten.
Keystone
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Sein flaumig-helles Gefieder leuchtet beinahe. Er ist einer von drei Jungtieren, die im Zoo Zürich derzeit leben. Ob er ein Albino ist, wird sich erst später herausstellen.

«Wir waren sehr überrascht, als nicht drei graue ‹Wollknäuel› den Kopf aus der Bruthöhle streckten, sondern neben dem dunkelgrauen Pärchen ein völlig weisser Jungvogel», sagte Zoodirektor Alex Rübel am Mittwoch vor den Medien. Man wisse noch nicht, ob das Tier ein Albino sei oder ob es einfach ein weisses Gefieder habe.

Seine Eltern thronen auf zwei dicken abgestorbenen Ästen, die Jungen sitzen etwas im Hintergrund leicht versteckt. Den weissen Bartkauz entdeckt man aber sofort. «In der Wildnis wäre das Tier sehr gefährdet, weil es so gut sichtbar ist», sagte Rübel.

Schwarzer Pharaonenbart

Albinos bei Eulen seien in der Wildnis zwar beschrieben, aber sehr selten, weiss Rübel. «In Zoos kennen wir bisher keinen Fall.» Ob es sich beim Jungvogel wirklich um einen Albino handelt, werde man erst im Laufe der Zeit wissen. Ein Zeichen dafür wäre gemäss Rübel, wenn auch sein Pharaonenbärtchen weiss bleiben würde.

Der schwarze Pharaonenbart ist eines der charakteristischen Merkmale des Bartkauzes. Ebenfalls typisch für ihn sind der runde Kopf ohne Federohren und die konzentrischen Ringe im Gesichtsschleier. Der Bartkauz ist eine der grössten Eulen. Seinen Lebensraum bilden Altbestände von Nadelhölzern und Birken.

Eulen opfern Letztgeborenes

Aus dem Gelege des Bartkauz-Paars im Zoo Zürich waren im Mai vier Jungtiere geschlüpft. Drei davon haben die Eltern aufgezogen. Da die Eier im Abstand von einem bis drei Tagen gelegt wurden, schlüpften auch die Jungtiere leicht gestaffelt nach 28 bis 30 Tagen Brutzeit.

«Für das letzte Tier bedeutet dies manchmal, dass es als Nahrung für die anderen dient, statt aufgezogen zu werden», erklärte der Zoodirektor. Die Zoo-Verantwortlichen sind nun gespannt, wie sich der weisse, flauschige Bartkauz weiterentwickelt.

(SDA)

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