FCZ-Spielern drohen Geldstrafen, weil sie vermummt Pyros zündeten

Die Polizei hat gegen zwei Personen ein Strafverfahren eröffnet, die auf dem Balkon des Volkshauses Fackeln abbrannten. Es dürfte sich um FCZ-Spieler handeln.

Pyros abbrennen ist ein Verstoss gegen das Sprengstoffgesetz – auch wenn es Cupsieger tun. Foto: instagram.com/sunshiny_68

Pyros abbrennen ist ein Verstoss gegen das Sprengstoffgesetz – auch wenn es Cupsieger tun. Foto: instagram.com/sunshiny_68

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Bei Meister- und Cupfeiern im Fussball oder Eishockey gehört Feuerwerk dazu, wie der Champagner im Pokal und die Jubelbilder aus der Garderobe. So war es auch am vergangenen Sonntagabend, als die Fans zusammen mit den FCZ-Spielern auf dem Helvetiaplatz den 2:1-Cupsieg gegen die Berner Young Boys feierten.

Kein Verständnis zeigte die Stadtpolizei Zürich dafür, dass eine solche Fackel auf dem Balkon des Volkshauses gezündet wurde, wo die Spieler ihren Anhängern den Pokal präsentierten. Sie hat wegen eines möglichen Verstosses gegen das Sprengstoffgesetz ein Strafverfahren gegen zwei Unbekannte eröffnet, wie der Stadtpolizeisprecher Marco Cortesi auf Anfrage bestätigte: «Dabei handelt es sich nicht um eine leichte Übertretung, sondern um ein Offizialdelikt, bei dem wir ermitteln müssen.» Obwohl auch zahlreiche Fans Pyros zündeten, läuft lediglich ein Verfahren wegen der Fackel auf dem Balkon – «weil wir da konkrete Hinweise auf mutmassliche Täter haben», sagt Cortesi.

«dumm und unüberlegt»

Am Montag verurteilte der FCZ in einer Stellungnahme das Verhalten von «zwei FCZ-Mitarbeitern», die vermummt auf dem Balkon Pyros gezündet hätten. Der Club nennt die Aktion in einer Mitteilung «dumm und unüberlegt». Dies hätten die beiden auch eingesehen. Gemäss mehreren Zeugen handelt es sich um die FCZ-Spieler Adrian Winter und Mirlind Kryeziu. Der FCZ wollte zu den Namen keine Stellung beziehen: «Wir geben keine Informationen, welche über die Medienmitteilung hinausgehen.»

Den beiden drohen auch noch Geldstrafen der Staatsanwaltschaft. Als ein ZSC-Spieler 2012 bei der Meisterfeier eine brennende Fackel in der Hand hielt, wurde er im Nachhinein von der Staatsanwaltschaft mit einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 100 Franken verurteilt und musste die Untersuchungskosten von 1000 Franken tragen.

Dass Spieler bei solchen Feiern Pyros zünden, ist keine Seltenheit. Beim FCZ hielten bei den Meisterfeiern 2007 und 2009 Spieler Pyros in den Händen. Sie wurden damals bloss intern gebüsst. Auch bei anderen Vereinen gibt es ähnliche Fälle, wie etwa 2010, als ein Spieler des FC Basel auf dem Balkon des Stadtcasinos am Barfüsserplatz sich den Fans mit einer Fackel in der Hand präsentierte. Er wurde von der Polizei wegen eines Verstosses gegen das Sprengstoffgesetz gebüsst. (TA)

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.05.2018, 22:28 Uhr

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