Federer verursacht Stau am Zürcher Filmfestival

Auf dem grünen Teppich drehte sich alles um Tennis. Der Eröffnungsfilm «Borg/McEnroe» geriet wegen des Stargasts fast zur Nebensache.

Aufschlag der Zürcher Promis am ZFF: Eher cholerisch oder ruhig? Die Festival-Gäste ergreifen Partei für McEnroe oder Borg. (Video: Lea Koch)

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Auf grünen Unterlagen fühlt sich Roger Federer wohl. Entsprechend entspannt schlenderte er am Donnerstagabend bei der Eröffnung des Zürcher Filmfestivals auf dem Sechseläutenplatz über jenen Teppich, der hier auch in früheren Jahren nie rot war.

Diesmal hatte die Farbe aber eine zusätzliche Symbolkraft, denn der Eröffnungsfilm «Borg/McEnroe» behandelt das epische Duell, das sich die beiden Tennisgiganten der frühen Achtzigerjahre in Wimbledon einst lieferten.

Ein Thema, von dem sich auch der amtierende Wimbledonchampion anlocken liess: Am Donnerstagnachmittag kündigte er sein Kommen überraschend an. Federer nahm sich auf dem Teppich dann viel Zeit für alle, die etwas von ihm wollten. Deutlich mehr, als es die strenge Festivalregie vorgesehen hatte.

So kam es bald nach seinem Auftritt zum Stau auf dem Teppich, in dem sich die einen Prominenten auf den Füssen rumstanden, um vielleicht doch noch gesehen zu werden – und den andere nutzten, um an den Fotografen vorbeizuhuschen. Je nach Temperament.

Unterschiedliche Temperamente waren ein grosses Thema an diesem Abend, denn mit dem kontrollierten Björn Borg und seinem hitzköpfigen Gegenpart John McEnroe ist es wie mit Hunden und Katzen: Man hat automatisch eine Präferenz und verrät damit auch etwas über sich selbst.

Wenn Leuthard auf McEnroe macht

Dass einer wie Roger Schawinski sich eher mit dem Amerikaner identifiziert als mit dem kühlen Schweden, mag nicht die ganz grosse Überraschung sein. Schon eher, dass Politikerinnen wie Bundesrätin Doris Leuthard oder Stadtpräsidentin Corine Mauch, die im Amt oft den Borg geben müssen, zuletzt einen auf McEnroe machten. Leuthard tat das nach eigenem Bekunden, als sie nach Donald Trumps Auftritt vor der UNO selbst ans Rednerpult trat. Mauch jüngst sogar bei mehreren Gelegenheiten, zu denen sie jetzt aber staatsmännisch schweigt.

Nur Federer schaffte es, diplomatischer als jeder Politprofi, seine Sympathien absolut gleichmässig zu verteilen – und wieder mal alle glücklich zu machen. Ob auch Regierungsrat Mario Fehr, Komiker Marco Rima oder Fernsehfrau Steffi Buchli eher zum Team Borg oder zum Team McEnroe zählen, sehen Sie im Video oben.

Erstellt: 28.09.2017, 21:49 Uhr

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