Zürcher Silvesterparty in Zeiten der Terrorangst

Die Vorbereitungen für die grosse Party laufen auf Hochtouren. Organisator Thomas Irniger nimmt Stellung.

Überschattet: Das Zürcher Grossmünster beim Silvesterfeuerwerk vom letzten Jahr.

Überschattet: Das Zürcher Grossmünster beim Silvesterfeuerwerk vom letzten Jahr. Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Der Silvesterzauber in Zürich findet morgen unter besonderen Vorzeichen statt. Anfang Woche hat die belgische Polizei mutmassliche Terroristen verhaftet, die einen Anschlag auf die Silvesterfeierlichkeiten in Brüssel planten. Auch in Österreich ist die Alarmbereitschaft hoch: 250 zusätzliche Polizisten werden morgen die Silvesterfeier in Wien überwachen, wie «Der Standard» schreibt.

Trotzdem lässt sich der Organisator des Zürcher Silvesterzaubers, Thomas Irniger, nicht aus dem Konzept bringen. «Nach den Anschlägen von Paris haben wir durchaus Szenarien für eine Absage besprochen. Falls im Vorfeld in Zürich etwas passiert wäre, hätten wir die Veranstaltung abgesagt, schon rein aus Pietätsgründen.» Auch nach den Genfer Verhaftungen, als die Terrorbedrohung räumlich näher kam, überlegte man innerhalb des Organisationskomitees, was das konkret für Zürich bedeutet. Da es aber keine Verbindungen zu Zürich gab, plante man weiter. Thomas Irniger vertraut auf die Stadt- und die Kantonspolizei, diese seien auf die Veranstaltung sehr gut vorbereitet. Zusätzlich hat der Veranstalter selbst Sicherheitspersonal von privaten Firmen engagiert.

«Ein Restrisiko kann man nie ausschliessen»

Auch ansonsten setzt der Organisator auf ein bewährtes Sicherheitskonzept: «Wenn etwas passiert, sei es ein Unfall, ein medizinischer Notfall oder Ähnliches, sind wir vorbereitet, da müssen wir nicht zuerst überlegen, wie zu handeln ist.» Trotz aller Vorbereitungen ist für ihn klar: Absolute Sicherheit gibt es nicht, ein Restrisiko, dass an einem Ort mit so vielen Menschen etwas passiert, kann man nie ausschliessen.

Die Kantonspolizei Zürich lässt sich bei den Vorbereitungen für die Silvesterfeier nicht in die Karten blicken. Sprecher Marc Besson sagt auf Anfrage, dass die Polizei die aktuelle Sicherheitslage im Kanton in Kooperation mit dem Bund und anderen Polizeikorps ständig überprüfe, damit sie entsprechend reagieren und die Polizeistärke wenn nötig anpassen könnte. Wie viele Polizisten morgen Abend im Einsatz sein werden, kann aus polizeitaktischen Gründen nicht gesagt werden. Aufgrund des grossen Besucherandrangs werden die Polizisten aber verstärkt patrouillieren. Erwartet werden bei den Feierlichkeiten rund um das Zürcher Seebecken bis zu 200'000 Besucher.

Isabelle Graber, Sprecherin des Nachrichtendiensts des Bundes, unterstreicht auf Anfrage, dass die Schweiz kein primäres Ziel der Terroristen sei: «Obwohl die Schweiz im November 2015 in einem Propagandavideo des Islamischen Staats als Mitglied der gegen ihn gerichteten Koalition erwähnt wurde, ist die Schweiz kein prioritäres Ziel des Islamischen Staats.»

Erstellt: 30.12.2015, 14:44 Uhr

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