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Flotzmaul und Nasenringe fordern Richter heraus

Gegen einen Landwirt, der einem Rind einen Nasenring einsetzen liess, ist zu Recht keine Strafuntersuchung eröffnet worden.

Flotzmaul: Oberfläche von Nase und Oberlippe sind geschützt. Foto: JCyoung2
Flotzmaul: Oberfläche von Nase und Oberlippe sind geschützt. Foto: JCyoung2

Zungenbändchen, Flotzmaul, Zungenrollen oder Besaugen: Das Zürcher Obergericht musste in ihm unbekanntes veterinärmedizinisches Gebiet vordringen, um entscheiden zu können, ob gegen einen Meisterlandwirt aus dem Säuliamt zu Recht keine Strafuntersuchung eingeleitet wurde.

Der Mann hatte einen Tierarzt beauftragt, bei einem wenige Tage zuvor vom Kalb zum Rind gewordenen Tier einen Nasenring einzusetzen – und zwar in Form eines die Nasenscheidewand durchstossenden Rings. Damit soll verhindert werden, dass ein Rind an einem Euter Milch saugt. Das Statthalteramt des Bezirks Affoltern entschied, deswegen keine Strafuntersuchung zu eröffnen, worauf sich das kantonale Veterinäramt beim Obergericht beschwerte. Die Tierschutzverordnung verbiete nämlich sogenannt «invasive Eingriffe an der Zunge, am Zungenbändchen oder am Flotzmaul». Und das Bundesamt für Veterinärwesen weist in seiner «Fach­information Tierschutz Rinder» darauf hin, dass Ringe, welche die Nasenscheidewand durchstossen, «tierschutzrechtlich nicht zulässig» sind.

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