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Forscher nehmen sich Bibelsprüchen an

Ein anonymer Schreiber unterhält seit Jahren Zürcher Passanten mit Bibelsprüchen und Zitaten. Nun haben Wissenschafter der Universität Zürich die mysteriösen Botschaften untersucht.

Objekt der Begierde: Plakatwände sind beim anonymen Schreiber hoch im Kurs. (Bild: Roman Weber)
Objekt der Begierde: Plakatwände sind beim anonymen Schreiber hoch im Kurs. (Bild: Roman Weber)

Der Unbekannte ist seit Jahren am Werk. Vor allem die Bibel, aber auch Politiker und weltpolitische Zusammenhänge haben es ihm angetan. Immer wieder tauchen an verschiedenen Plakatwänden und Baustellen philosophisch angehauchte Sprüche auf.

Diese Botschaften haben auch die beiden Wissenschafter des Psychologischen Instituts der Universität Zürich Dieter Sträuli und Oliver Michel dermassen fasziniert, dass sie gemäss «NZZ» dem unbekannten Schreiber eine Studie gewidmet haben. Über 300 Fotoaufnahmen haben sie in den letzten sechs Jahren gemacht und unter die Lupe genommen.

Dabei erkannten sie, dass die Botschaften immer eine gewisse Struktur haben. Meist handelt es sich um Zitate aus der Bibel inklusive genauer Quellenangabe. Auch Namen von Schweizer Politikern tauchen auf. Der Schreiber hat verblüffende Fremdsprachenkenntnisse: So kommen in seinen Botschaften auch englische, japanische und hebräische Wörter vor. Daraus schliesst das Wissenschafter-Duo Sträuli/Michel, dass der unbekannte Strassenphilosoph gut ausgebildet ist. Die Beweggründe des fleissigen Schreibers bleiben unklar. Die beiden Wissenschafter sehen ein zwanghaftes Vorgehen beim Schreiber. Er schreibe wohl seines seelischen Gleichgewichts zuliebe.

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