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Frauenhandel und Folter am Strassenstrich

Ein Dokfilm beleuchtet das Elend der Prostituierten am Sihlquai. Die Romafrauen werden von ihren Zuhältern misshandelt, wagen aber meist keine Aussage.

Sie kommen aus der Puszta, Ungarns kargem Osten. Die Roma-Frauen, die am Sihlquai anschaffen und die Preise für käuflichen Sex drücken, sind meist völlig ungebildet und stammen aus ärmlichen Verhältnissen. In der Familie sind sie den Männern traditionell untertan – und bleiben das auch, wenn sie in Zürich ihr Glück suchen und viel Geld verdienen. Denn von Selbstbestimmtheit, so die Botschaft des SF-Dokfilms «Der Fall Goldfinger», kann bei den ungarischen Prostituierten keine Rede sein. Der Markt ist frei, die Anbieterinnen sind es nicht.

Während zwei Jahren hat Journalistin Karin Bauer recherchiert, hat am Sihlquai mit Freiern gesprochen, untergetauchte Sexsklavinnen befragt und in Ungarn Roma-Mütter getroffen. Und immer wieder begleitete sie Bruno Oberhänsli bei Einsätzen im Milieu. Der Ermittler der Stadtpolizei Zürich versucht das schier Unmögliche: Den Zuhältern das Handwerk legen. Nächtelang ist Oberhänsli mit einem Übersetzer unterwegs, kontrolliert Identitäten, sucht das Gespräch mit Prostituierten, von denen er immer die gleiche Antwort erhält: dass sie auf eigene Rechnung arbeiteten. Über den Wahrheitsgehalt der Aussagen macht sich der Detektiv mit dem freundlichen Gesicht keine Illusionen: «Die haben Angst. Vielleicht werden wir gerade beobachtet.»

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