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Für klare Verhältnisse im Winterthurer Nachtleben

Ein «Kultur- und Gastromanager» wurde wegen der 2013 eskalierenden «Tanz dich frei»-Demo angestellt. Er ist seit einem Jahr im Einsatz. Die Stadt zieht eine positive Bilanz.

«Tanz dich frei» im September 2013 in Winterthur: Die Ausscheitungen an der Demo waren der Anlass, die Stelle eines Kultur- und Gastromanagers zu schaffen.
«Tanz dich frei» im September 2013 in Winterthur: Die Ausscheitungen an der Demo waren der Anlass, die Stelle eines Kultur- und Gastromanagers zu schaffen.
Ennio Leanza, Keystone

Die Stelle eines «Kultur- und Gastromanagers» (KGM) wurde wegen der Ausschreitungen im September 2013 geschaffen. Bei der damaligen Kundgebung «Für mehr Freiräume» wurden 93 Personen verhaftet und 11 verletzt, unter anderem erlitt eine damals 19-Jährige einen bleibenden Schaden am Auge. Die Ausschreitungen beschäftigen die Gerichte bis heute.

Seit einem Jahr steht der KGM im Einsatz. Seine Aufgabe ist es, zwischen den verschiedenen Ansprüchen zu vermitteln. «Wir wollen grundsätzlich im Dialog stehen und Hand für Lösungen bieten», sagte Stadträtin Barbara Günthard-Maier (FDP).

Es herrscht jetzt eine offene Haltung

Hans Wüst heisst der Manager für das Nachtleben, seit 32 Jahren ist er im Dienst der Stadtpolizei. Er wendet ein 50-Prozent-Pensum für die Funktion auf. Wüst sucht den Kontakt zu den Gastrobetrieben und hilft bei Fragen weiter. So hat er schon verschiedentlich bei der Vorbereitung verschiedener Anlässe beratend zur Seite gestanden.

Martin Kaiser, Präsident der Club- und Barvereinigung Winterthur, begrüsst die zentrale Anlaufstelle bei der Stadtpolizei. «Es herrscht jetzt eine offene Haltung vor.» Ideen würden nicht von Anfang an abgeblockt, sondern man höre zu und suche gemeinsam nach Lösungen, sagte er.

Austausch kam zu kurz

Das ist auch Polizeikommandant Fritz Lehmann wichtig. Der gegenseitige Austausch sei in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen, räumte er ein.

Einerseits sei die Zahl der Gastrobetriebe seit 1996 um mehr als die Hälfte von 225 auf 489 gestiegen. Andererseits sei wegen des Spardrucks der Stellenplan der Verwaltungspolizei nicht ausgebaut worden. «Das war ein Ressourcenproblem.»

Mit der KGM-Stelle «haben wir nun ein Minimum an Zeit freigeschaufelt, um im direkten Kontakt stehen zu können», sagte Lehmann. Das betonte auch Günthard-Maier: «Miteinander im Gespräch zu sein, ist die beste Prävention.»

Keine spontanen Bewilligungen

Spontane, bewilligungsfreie Veranstaltungen wie eine Tanz-Demo sind aber auch mit dem KGM nicht möglich. «Es gibt den gesetzlichen Rahmen», sagte die Sicherheitsvorsteherin.

Dank Checklisten, die die Stadt überarbeitet und vereinfacht hat, sei es für Veranstalter aber transparent und verlässlich ersichtlich, welche Vorgaben zu erfüllen seien. «Das erleichtert die Zusammenarbeit.»

SDA/wsc

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