Fussballfans waren mit Metallstangen bewaffnet

Am Samstag konnte die Polizei in Zürich eine Auseinandersetzung zwischen FCZ- und GC-Anhängern verhindern. Ein Augenzeuge beobachtete das Geschehen.

Übergriffe auf Polizeiauto: Fussballfans ziehen mit Metallstangen auf die Strasse.

Übergriffe auf Polizeiauto: Fussballfans ziehen mit Metallstangen auf die Strasse.
Leser-Reporter: 20 Minuten

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Stimmung unter den Fans war angespannt, als am Samstagabend der Schlusspfiff im Anschluss an das Spiel FC Vaduz gegen GC Zürich ertönte. Laut einem Bericht von «20 Minuten» hat sich eine Gruppe von rund 40 GC-Anhängern abgesetzt und ist auf der Herdernstrasse entlangmarschiert. Polizeiautos folgten dem Fanzug.

«Die Stimmung war sehr aggressiv»

Dann habe plötzlich Aufregung geherrscht, wie ein Anwohner erzählt: «Ich sass in der Stube und hörte, wie Leute draussen rumschrien.» Er habe beobachtet, wie sich Vermummte mit Metallstangen in Händen in einer Seitenstrasse formierten. Es waren mutmasslich FCZ-Ultras, welche auf die GC-Anhänger warteten, die sich in diese Richtung bewegten. «Es war ein Hinterhalt», sagt der Anwohner.

Die Polizisten, welche dem GC-Mob folgten, wurden dabei laut einer Mitteilung der Stadtpolizei Zürich «massiv angegriffen». Zur Verteidigung setzten die Beamten Gummischrot und Pfefferspray ein.

«Die Meute, die sich in der Seitenstrasse versteckt hatte, rannte ins Quartier», so der Anwohner. Eine Person konnte trotz Flucht eingeholt und festgenommen werden, teilt die Stadtpolizei Zürich am Tag danach mit. «Ich glaube, die Polizei konnte durch ihr Eingreifen Schlimmeres verhindern. Die Stimmung war sehr aggressiv», sagt der Anwohner.

Transfer sorgt für Wut

Dass FCZ- und GC-Anhänger sich gegenseitig angreifen, ist keinesfalls ein neues Phänomen. Die Stimmung ist aber derzeit durch verschiedene Faktoren aufgeheizt, wie ein Insider berichtet. Aufseiten der GC-Supporter sind es nicht nur die schlechten Resultate der Mannschaft, sondern auch ein Transfer: Oliver Buff, für viele der personifizierte FCZ.

Der 27-jährige Mittelfeldspieler war jahrelang beim Stadtrivalen, machte dort auch seine Lehre auf der Geschäftsstelle. «Buff: 27 Jahre Hurensohn» stand auf einem Transparent der GC-Anhänger beim ersten Spiel nach Bekanntgabe des Wechsels.

Stadion-Abstimmung

Auch die erneute Stadion-Abstimmung sorgt für Missmut. Obwohl das Volk sich für ein neues Stadion ausgesprochen hat, regt sich weiter Widerstand. Gegen den privaten Gestaltungsplan «Areal Hardturm - Stadion» wird von der IG Freiräume Zürich West das Referendum ergriffen, weshalb es erneut zu einer Abstimmung kommen wird.

Nicht ausser Acht gelassen werden darf, so der Insider, dass die Stadtrivalen GCZ und FCZ nun nicht mehr in der gleichen Liga spielen. «Wenn ein GC-Spiel an einem Freitagabend im Letzigrund stattfindet und die FCZ-Anhänger kein Spiel haben, kommen sie schnell einmal auf die Idee, ihre Rivalen anzugreifen.» (TA)

Erstellt: 29.10.2019, 10:58 Uhr

FCZ-Fans müssen vor den Richter

Hooligans haben im Mai 2018 in Basel die Muttenzerkurve überfallen. Jetzt liegt die Anklage gegen 12 beteiligte Schläger vor. Zehn Zürcher, zwei Karlsruher und zwei Anhänger des FC Basel müssen sich im Februar wegen einer wüsten Strassenschlacht im Basler Lehenmattquartier vor dem Basler Strafgericht verantworten, wie «20 Minuten» am Dienstag schreibt.

Am Abend des 19. Mai 2018 war ein Mob von rund 40 Anhängern von FC Zürich, GC und Karlsruher SC gemeinsam nach Basel gefahren, um Angehörige der Basler Muttenzerkurve zu überfallen. Etliche Hooligans trugen TShirts mit dem Aufdruck «ZKH» – die Abkürzung für «Zürichs kranke Horde», eine berüchtigte Schlägertruppe.

«Teils ausgerüstet mit Quarzhandschuhen, Zahnschutz, Bandagen zum
Eigenschutz und Sturmmasken, bewegte sich der vor Hass strotzende und
auf Revanche für vergangene Auseinandersetzungen pochende Mob in
Richtung Eventplattform», heisst es in der Anklageschrift. Die Basler, die auf der Fanplattform beim Stadion St. Jakob bis dahin friedlich das Saisonende feierten, waren völlig überrascht vom Angriff. Diverse Fans wurden niedergeschlagen und sogar «am Boden liegend mit Faustschlägen und Tritten eingedeckt». Die zahlenmässig überlegenen Basler formierten sich aber rasch zum Gegenschlag und konnten den Zürcher Mob zurückdrängen und in die Flucht schlagen.

Mehrere der beschuldigten Hooligans, die vorwiegend zwischen Anfang 20 und Mitte 30 sind, haben schon einschlägige Vorstrafen. Ein Syrer (24) etwa hatte bereits im August 2018 einen Mann in Zürich attackiert, weil er eine «Scheiss-Schwuchtel» sei. Die Verhandlung ist auf elf Tage angesetzt. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Fliegende Körner: Ein Bauer erntet Reis auf einem Feld in Nepal. (15. November 2019) A farmer harvests rice on a field in Lalitpur, Nepal November 15, 2019.
(Bild: Navesh Chitrakar ) Mehr...