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«Ganz Züri isch ois!»

Noch am Sonntagabend überraschen FCZ-Ultras mit einer Aktion auf dem Hardturmareal.

Mitten auf dem Hardturmareal: FCZ-Fans präsentieren ihr Clublogo. Bild: Screenshot/Südkurve.ch
Mitten auf dem Hardturmareal: FCZ-Fans präsentieren ihr Clublogo. Bild: Screenshot/Südkurve.ch

Das Bild macht unter FCZ-Anhängern am Sonntagabend rasch die Runde. Während die GC-Fans Pyros zündeten, Champagnerkorken knallen liessen und auf der Zaunfahne schrieben: «Ändlich zrugg id Heimat – Hardturm», reagierten FCZ-Fans auf ihre eigene Weise auf das Abstimmungsresultat.

Das Bild zeigt ein riesiges aufgemaltes FCZ-Logo mitten auf dem Hardturmareal. Dort, wo einst der alte Hardturm stand und das neue Stadion gebaut werden soll. Eine grosse Gruppe Fans flankiert das Logo. Das Foto publizieren sie auf der Website der Südkurve.

Mit der Aktion geben die FCZ-Anhänger die Antwort auf jene Frage, die im Abstimmungskampf zwar immer wieder gestreift, aber nie beantwortet wurde: Wie reagieren die eingefleischten FCZ-Fans auf ein neues Stadion ennet den Gleisen? Denn eigentlich war die Aufteilung der Stadt für die Fans stets klar: Der Letzigrund ist die Heimat des FCZ, der Hardturm jene der GC-Fans.

Stimmen, die in diese scheinbar unveränderbare Aufteilung einstimmten, waren in den vergangenen Wochen immer wieder zu hören. «Das ist Feindesland!», «Was soll ich da drüben?», «Für immer ins Exil? Nein zum Hoppers-Stadion!», zitierte die NZZ Fans aus Gesprächen und Onlineforen.

Video: GC-Fans feiern Abstimmung im Letzigrund

Für einen Moment wird das Spiel gegen St. Gallen zur Nebensache. Video: Tamedia

Was es für Fans bedeutet, in einem «Exil» zu spielen, demonstrierten die GC-Fans in den vergangenen Jahren, nachdem der Hardturm abgerissen wurde. «Trotz Exil a jedem Spiel», stand zwar auf der Zaunfahne vor der GC-Fankurve im Letzigrund, trotzdem blieben einige eingefleischte Fans bei Heimspielen fern. Fahnen, Feuerwerk, Choreos gabs in aller Regel keine. Vielleicht mal ein Spruchband.

«Letzi läbt ewig»

Ähnlich tönte es auch schon bei den FCZ-Fans. Für die Saison 06/07 (und für die ersten Spiele der Saison 07/08) mussten sie wegen dem Neubau des Letzigrunds in den Hardturm zügeln. Bei Heimspielen fieberten sie in der eigentlich den GC-Fans angestammten Kurve mit. Auf der Zaunfahne stand: «Letzi läbt ewig». Und auf einem Transparent beim ersten Heimspiel im Hardturm hiess es: «Mit dä Stimm im Hardturm, mit em Herz im Letzi». Der FCZ holte den zweiten Meistertitel in Folge. Der Verein sicherte sich den Titel beim letzten Spiel. Im Hardturm. Gegen GC. Zwei zu null.

Mit der Aktion am Sonntagabend senden die FCZ-Ultras ein klares Zeichen: Exil-Rhetorik wird es im neuen Stadion keine geben. Mit dem grossen Logo mitten auf dem Hardturm und der Überschrift «Ganz Züri isch ois!» machen sie klar, sie wollen den GC-Fans den Hardturm nicht alleine überlassen. Was auch eine klare Provokation in Fankreisen ist.

Am Sonntagabend kam es zwischen rivalisierenden Fans laut Stadtpolizei Zürich zu Handgreiflichkeiten. Eine Person wurde dabei leicht verletzt.

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