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Gefälschter van Gogh im Zürcher Kunsthaus?

Es ist eines der berühmtesten Exponate im Kunsthaus Zürich: Der «Mann mit der Pfeife» von Vincent van Gogh. Laut einem Bericht wurde es aber gar nicht vom Meister selbst gemalt. Das Kunsthaus dementiert.

Wie die Zeitschrift «Weltwoche» in ihrer nächsten Ausgabe berichtet (Artikel online nicht verfügbar), soll das weltberühmte Bild, das den Pfeife rauchenden Vincent van Gogh mit verbundenem abgeschnittenen Ohr zeigt, kein Selbstbildnis des grossen Meisters sein, sondern eine Fälschung. Es soll vom kaum bekannten impressionistischen Maler und Zeichenlehrer Emile Schuffenecker stammen: Er habe eine frühe Schwarz-Weiss-Fotografie des von Vincent van Gogh im Januar 1889 gemalten Originals (heute in der Londoner Courtauld- Sammlung) als Modell benutzt, um eine eigene Fassung des Motivs zu fabrizieren.

Björn Quellenberg, Pressesprecher des Kunsthauses Zürich, widerspricht: «Das Kunsthaus ist von der Echtheit des Bildes überzeugt und stützt sich auf das Urteil zahlreicher Fachleute, unter anderem des van-Gogh-Experten Walter Feilchenfeldt», sagt er gegenüber Redaktion Tamedia. Das Bild wird ab dem 7. Februar in der Sonderausstellung «Von Matisse zum Blauen Reiter – Expressionismus in Deutschland und Frankreich» zu sehen sein.

Echtheit noch nie angezweifelt

Laut der «Weltwoche» wurde der «Mann mit der Pfeife» aber nicht vom Meister selbst gemalt, sondern war als Hommage an ihn gedacht. Es sei bereits drei Jahre nach Vincents Tod in Paris als echter van Gogh ausgestellt worden. Auch an weiteren Ausstellungen 1895 und 1900 habe niemand daran gezweifelt, dass es sich bei Schuffeneckers Pastiche um einen van Gogh handelte und der Fälscher habe1902 sein Werk dem Weinhändler und Mäzen Gustave Fayet für 3000 Francs verkaufen können – was damals dem Jahresgehalt eines Gymnasiallehrer entsprach.

Nach Fayets Tod verkaufte der bekannte Pariser Kunsthändler Paul Rosenberg das angebliche Selbstbildnis laut dem Bericht an den amerikanischen Reklamekönig Albert Lasker, der es dem Chicago Art Institute als Leihgabe überliess. Später habe es der griechische Reeder Stavros Niarchos gekauft.

Heute gehört der «Mann mit der Pfeife» seinem mit St. Moritz eng verbundenen Sohn Philip. Derzeit hängt es im Zürcher Kunsthaus als Dauerleihgabe. Vor dem Artikel in der Weltwoche ist die Echtheit des in allen Van-Gogh-Werkverzeichnissen figurierenden Bilds nie öffentlich angezweifelt worden.

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