Geldspritze für Zürich-Ausstellung

Der Regierungsrat hat Geld für «Zürich im Landesmuseum» bewilligt. Das Projekt muss allerdings noch die Hürde der Volksabstimmung nehmen.

Wenn die Bevölkerung Ja sagt, bekommt hier auch die Stadt Zürich einen festen Ausstellungsplatz: Das im Umbau befindliche Landesmuseum.

Wenn die Bevölkerung Ja sagt, bekommt hier auch die Stadt Zürich einen festen Ausstellungsplatz: Das im Umbau befindliche Landesmuseum. Bild: Keystone

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Zürich – Noch ist offen, ob die geplante dauerhafte Zürich-Ausstellung im Landesmuseum beim HB realisiert werden kann. Das letzte Wort haben die Stadtzürcher Stimmberechtigten im Juni. Weil SVP, GLP und AL das Behördenreferendum ergriffen haben, kommt es zur Volksabstimmung über den städtischen Beitrag von 1,76 Millionen Franken und die jährlichen Betriebsbeiträge von 300'000 Franken. Kernstück des Ausstellungsprojekts «Zürich im Landesmuseum» (ZIL) soll eine «permanente, attraktive, multimediale Installation» sein, die auf rund 350 Quadratmetern Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Raums Zürich darstellt und erläutert.

Projektarbeiten auf Eis gelegt

Mit Geld vom Kanton können die Ausstellungsmacher allerdings schon mal rechnen. Der Regierungsrat hat dem Kulturprojekt soeben einen Investitionsbeitrag von 360'000 Franken aus dem Lotteriefonds zugesichert, wie er Ende letzter Woche bekannt gab. Bei der Stadt freut man sich: «Ein starkes Signal, dass der Regierungsrat an das Projekt glaubt und dahintersteht», sagt Lukas Wigger, Sprecher des Präsidialdepartements von Corine Mauch (SP). Gerade vor dem Hintergrund des Behördenreferendums gegen den städtischen Beitrag sei diese Willensbekundung wichtig. Laut Wigger wurden seit dem Zustandekommen des Referendums Ende letzten Jahres sämtliche Projektarbeiten sistiert.

Auch Staatsarchivar Beat Gnädinger, der im Steuerungsausschuss für das ZIL-Projekt sitzt, zeigt sich erfreut, dass die Lotteriefondsgelder freigegeben wurden. Dies sei ein Bekenntnis der Regierung, beim Vorhaben mitzumachen. Weil das Projekt bis zum Volksentscheid auf Eis liegt, könne der ursprünglich geplante Eröffnungstermin im Sommer 2016 nicht eingehalten werden.

Kritik an Voraus-Kredit

Dass der Lotteriefondsbeitrag bereits vor dem Volksentscheid beschlossen wurde, ist laut Wigger und Gnädinger nicht ungewöhnlich. Es handle sich um einen Beitrag an bereits getätigte Investitionen, damit das ZIL-Projekt überhaupt zur Abstimmungsreife gebracht werden konnte. Noch hängig ist ein zweites Gesuch für einen Lotteriefondsbeitrag von 2,1 Millionen an ZIL. Darüber wird der Kantonsrat erst nach der Volksabstimmung entscheiden.

Nicht glücklich mit der regierungsrätlichen Finanzhilfe sind die Gegner des Zürich-Museums. Statt Gelder im Voraus zu sprechen, hätte man ruhig warten können, bis das Volk entschieden habe, kritisiert Mauro Tuena (SVP). So drohe eine Beeinflussung der Stimmbürger zugunsten eines Ja. Das sehen die Projektverantwortlichen anders. Beat Gnädinger: «Hätte die Regierung das Geld noch nicht bewilligt, hätte man ihr umgekehrt vorwerfen können, sie zögere den Beitrag hinaus, weil sie dem Projekt womöglich skeptisch gegenüberstehe.»

Erstellt: 09.03.2015, 23:20 Uhr

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