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Gemeinden schieben Hilfsbedürftige an Kesb ab

Immer wieder kritisieren Gemeinden, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) lasse ihnen zu wenig Spielraum, um einfache Fälle selbst zu regeln. Fachleute sagen dagegen, viele Gemeinden nähmen ihre Verantwortung nicht wahr.

Zum Beispiel Herr F.: Er hat die Übersicht über seine Finanzen verloren, zahlt Rechnungen nicht. Seine Tochter begleitet ihn zur Gemeinde, bittet um Hilfe. Doch statt dem Rentner eine freiwillige Geldverwaltung zu vermitteln, macht die Gemeinde eine Gefährdungsmeldung bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb). Oder Familie S. Die Mutter ist depressiv, trotz sozialpädagogischer Familienbegleitung eskalieren Streitereien mit der pubertierenden Tochter immer öfter. Im Gespräch mit der Begleiterin kommen Mutter und Tochter zum Schluss, dass eine vorübergehende Heimplatzierung der 15-Jährigen sinnvoll wäre. Die Begleiterin ersucht die Gemeinde um eine Kostenbeteiligung, weil die Mutter mittelos ist. Doch die Gemeinde lehnt ab und verlangt, dass die Kesb der Mutter die Obhut über das Mädchen entzieht. Begründung in beiden Fällen: Die Gemeinde habe das nötige Fachwissen nicht, um entscheiden zu können.

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