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Gespenstischer Goldregen über Zürich

Der Nebel war gerade noch locker genug, um das Feuerwerk über dem Seebecken nicht ganz zu verschleiern.

Explosive Lichtkunst über dem Zürcher Seebecken: Um 20 nach zwölf startete das Feuerwerk. Video: BRK News

Kalt und neblig war die Silvesternacht 2019. Doch das hinderte die Zürcherinnen und Zürcher nicht daran, zu Tausenden an den See zu strömen und himmelwärts zu blicken. Gemäss einer Mitteilung der Veranstalter kamen rund 150'000 Menschen, ähnlich viele wie letztes Jahr.

Punkt 20 nach zwölf begann das grosse Knallen. Obwohl Nebel die Stadt bedeckte, war die Show des Schweizer Pyrotechnikers Manuel Hirt relativ gut zu sehen. Damit der Glitzer nicht im Dunst verschwand, hatten die Organisatoren entschieden, das Feuerwerk leicht tiefer zu zünden.

Nach einer Viertelstunde endete die Show in einem Goldregen, der das ganze Seebecken überstrahlte. Danach lockerte sich die Menschenmenge rund ums Seeufer rasch auf. Dafür füllten sich die Trams und Busse.

Aus Sicht der Stadtpolizei verlief der Anlass friedlich, wie diese am Mittwochmorgen mitteilte. Das einzige Problem habe in der Missachtung des Feuerwerksverbots bestanden. Obwohl die Behörden mit Plakaten darauf hinwiesen, hätten zahlreiche Besuchende Feuerwerk inmitten der Menschenmenge gezündet. Die Stadtpolizei kontrollierte mehrere Personen und stellte auch nicht abgebranntes Feuerwerk sicher. Verletzt wurde nach jetzigem Stand niemand. Die Veranstalter kündeten an, auch in den kommenden Jahren dem Gebrauch von privatem Feuerwerk am See entgegenzuwirken.

Hinter dem Silvesterzauber stehen Vertreter aus der Zürcher Gastronomie und Hotellerie. Zum ersten Mal führten die Veranstalter den Anlass klimaneutral durch. Die Stiftung Myclimate berechnet den CO2-Ausstoss der Veranstaltung. Das Kompensationsgeld soll an ein Berggorillaprojekt in Ruanda gehen.

Aus Umweltschutzgründen haben in den letzten Jahren mehrere Städte traditionelle Feuerwerke abgeschafft oder zumindest verkürzt. Diese verursachen viel Feinstaub und Lärm. Die Auswirkungen aufs Klima bleiben hingegen vergleichsweise gering.

Manuel Hirt hat das Zürcher Silvesterfeuerwerk entworfen

Der Mann für die schönen Explosionen erklärt seine Arbeit und sagt, warum er die Umweltbelastung für unproblematisch hält. Video: Tamedia

In Zürich wollen die Organisatoren nicht aufs Feuerwerk verzichten. Ohne das Leuchten am Himmel würde aus ihrer Sicht zu wenig Publikum ans Seebecken strömen. Eine Drohnenshow wiederum sei zu teuer und löse nicht die gleichen Emotionen aus wie ein klassisches Feuerwerk, sagte ein Sprecher von Zürich Tourismus gegenüber SRF. Auch im Rahmen des letztjährigen Züri-Fäschts wurden drei Feuerwerke abgelassen.

Das klassische Zürcher Silvestermotiv: Die Altstadt im Schein des Feuerwerks.
Das klassische Zürcher Silvestermotiv: Die Altstadt im Schein des Feuerwerks.
Ennio Leanza, Keystone
Der Nebel liess die Show ein wenig gespenstisch erscheinen.
Der Nebel liess die Show ein wenig gespenstisch erscheinen.
Ennio Leanza, Keystone
Nach den letzten Silvesternächten sammelten die Mitarbeiter der städtischen Entsorgung (ERZ) jeweils mindestens 20 Tonnen Abfall ein.
Nach den letzten Silvesternächten sammelten die Mitarbeiter der städtischen Entsorgung (ERZ) jeweils mindestens 20 Tonnen Abfall ein.
Ennio Leanza, Keystone
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