Giusep Fry baut sein Imperium auf dem Uetliberg aus

Der Kulm-Hotelier besitzt jetzt auch den Gmüetliberg an der Endstation der Bahn.

Ist bereits Pächter des Gmüetlibergs: Gastronom Guisep Fry. (Foto: Sabina Bobst)

Ist bereits Pächter des Gmüetlibergs: Gastronom Guisep Fry. (Foto: Sabina Bobst)

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Vom Pächter zum Hausherrn: Gastrounternehmer Giusep Fry hat von der Sihltal-Zürich-Uetlibergbahn (SZU) das Restaurant Gmüetliberg erworben. Seit Jahren schon war er Pächter des Lokals an der Bergstation. Der Kauf, dem der Zürcher Verkehrsverbund zustimmen musste, sei vor kurzem beurkundet worden, bestätigt SZU-Direktor Armin Hehli. Er ist zufrieden, dass «das Geschäft nach mehrjährigen Verhandlungen endlich zu einem guten Abschluss gekommen ist».

Giusep Fry bezahlte für das Gebäude inklusive der Waldpartien Richtung Gratstrasse 2,2 Millionen Franken. Weiterhin im Besitz der Bahn bleibt der Kinderspielplatz. Darüber hinaus hat sich die SZU vertraglich ausbedungen, dass es auch in Zukunft möglich ist, auf dem Areal Bahnanlagen zu bauen.

Das Geld, das aus dem Verkauf in die Kasse des Unternehmens fliesst, komme direkt den Mitarbeitenden zugute, hält Direktor Armin Hehli fest. Es werde in das Vorsorgewerk der Pensionskasse eingeschossen, um deren Deckungsrad zu erhöhen.

Baustart frühestens im Herbst

Fry will den Restaurantteil modernisieren. Ein Neubau mit Flachdach soll auf einer etwa gleichen Grundfläche wie der heutigen den maroden Bahnhof an der Bergstation ersetzen, der längst nicht mehr für Bahnzwecke gebraucht wird. In den beiden oberen Etagen lässt er Zimmer fürs Personal einrichten, auch für Mitarbeitende des Hotels Uto Kulm. Noch in Entwicklung sei das neue Gastrokonzept, wie Clemens Maria Schuster sagt, Mediensprecher der Hotel Uto Kulm AG.

Bis Ende Sommer bleibt im Gmüetliberg alles beim Alten. Voraussichtlich diesen Herbst starten laut Schuster die Erneuerungsarbeiten, man rechnet mit einer Bauzeit von etwa anderthalb Jahren. Das gegenüber früheren Plänen abgespeckte Bauvorhaben ist unbestritten. Der Heimatschutz hatte sich nicht dagegen gewehrt. Für das millionenteure Projekt hatte die Baudirektion bereits im Jahre 2012 eine Ausnahmebewilligung erteilt, weil das Grundstück – genauso wie der Uto Kulm – im Landwirtschaftsgebiet liegt. Die Baubewilligung ist drei Jahre gültig, sie läuft Ende Februar 2015 aus.

Stadt Zürich schlug Kauf aus

Die SZU hatte den Verkauf des Gmüetliberg nicht öffentlich ausgeschrieben. Dazu war sie nicht verpflichtet. Ausser Giusep Fry bot sie das Restaurant auch der Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich an. Doch diese zeigte nament­- lich aus Kostengründen kein Interesse am Objekt, wie es damals beim Finanzdepartement hiess.

Schon als die UBS 1999 den Uto Kulm abstossen wollte, winkte Zürich ab – trotz Vorkaufsrecht. Somit besitzt die Stadt keine Gaststätte mehr auf ihrem Hausberg. Die letzte war das Hotel-Restaurant Annaburg. Es wurde im Frühling 1990 auf Geheiss der Stimmbürger abgebrochen.

Erstellt: 05.06.2014, 02:34 Uhr

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