Glasklares Wasser wie in der Südsee

Der Zürichsee lockt in diesen Tagen nicht nur mit Kühlung, sondern auch mit aussergewöhnlich klarem Wasser. Der Grund dafür befindet sich in der Tiefe.

Nicht nur die Enten können derzeit ganz genau erkennen, was sich in Ufernähe auf dem Grund des Sees befindet. Bild: hub

Nicht nur die Enten können derzeit ganz genau erkennen, was sich in Ufernähe auf dem Grund des Sees befindet. Bild: hub

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Sonne, Sonne und kein Wölkchen in Sicht: Der Sommer hat mit Temperaturen um die 30 Grad Hochsaison in Zürich. Wer kann, taucht ab – im See, im Fluss, in der Badi. Einem Badegast ist dabei eine Besonderheit aufgefallen. «Der Zürisee ist so klar wie selten. Es ist, als ob man durch eine Scheibe hindurch direkt auf den Grund blicken kann.» Im Winter würde ihn das nicht überraschen, aber bei der momentanen Hitze erstaune ihn das sehr.

Die Beobachtung ist keine optische Täuschung, sondern hat einen biologischen Grund. Wie tief man in ein Gewässer hinabblicken kann, hängt vor allem vom Anteil der darin enthaltenen Algen ab – und diese haben sich derzeit so gut es geht von der Oberfläche verzogen. Die Pflanzen mögen keine UV-Strahlung und meiden das Sonnenlicht wie der Teufel das Weihwasser.

Algen auf Nährstoffsuche

Es sind aber nicht nur die Sonnenstrahlen, welche die Algen in die Tiefe treiben, sondern auch die Nährstoffe, die sie für ihr Wachstum benötigen. Diese gelangen in den warmen Sommermonaten kaum mehr an die Wasseroberfläche, weil die Durchmischung der warmen oberen und kühleren tiefen Wasserschichten fehlt.


Video: Klares Wasser

Durchs klare Wasser sieht man zurzeit fast alles, was da so liegt und schwimmt und wuchert. Video: hub


«Aus diesen Gründen ziehen sich die Algen im Sommer in eine Tiefe von rund sechs Meter unter der Wasseroberfläche zurück», sagt Remo Bürgi, Mediensprecher der Baudirektion Kanton Zürich, dem das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft angehört. Weil die Sonneneinstrahlung in diesem Sommer besonders lange ohne Unterbruch angehalten hat, ist das Phänomen des klaren Oberflächenwassers laut Bürgi dieses Jahr besonders ausgeprägt. «Diese Zusammenhänge gelten grundsätzlich für alle grösseren Stehgewässer im Kanton Zürich und haben mit chemischen Prozessen nichts zu tun.»

Badi Heuried schlägt alle Rekorde

Das klare Wasser und die schönen Tage bescheren den Zürcher Sommerbädern Rekordbesuche. Just zu Beginn der Sommerferien am 14. Juli hat das Sportamt den millionsten Badegast gezählt – das war letztmals im Jahr 2015 um dieselbe Zeit der Fall. Besonders regen Zulauf verzeichnen die Strandbäder Mythenquai und Tiefenbrunnen am Zürcher Seebecken.

In der Badi Heuried hat sich die Besucherzahl bereits verdoppelt.

Bei den Freibädern ohne natürliche Gewässer mausert sich das Freibad Heuried im Kreis 3 zum neuen Liebling der Zürcherinnen und Zürcher. In seiner ersten Sommersaison seit der Neueröffnung am 10. Mai dieses Jahres hat sich die Besucherzahl im Vergleich zur letzten Saison vor dem Umbau bereits verdoppelt: In der 10. Woche der Sommersaison 2018 verzeichnet die Badi 95'900 Eintritte, zur gleichen Zeit 2014 waren es 46'221 Gäste.

Damit ist schon jetzt klar, dass die neue Badi einen Rekordstart hingelegt hat, obwohl die Saison noch längst nicht zu Ende ist. Die meisten Sommerbäder bleiben bis zum 16. September geöffnet, das Seebad Utoquai geht wie jedes Jahr in die Verlängerung und bleibt bis zum 23. September offen.

Erstellt: 25.07.2018, 13:47 Uhr

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