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Gorillas sind auch nur Menschen

Die dreijährige Mary ist neu zur Zürcher Gorilla-Familie gestossen. Sie tut sich schwer mit der Integration.

Mary ist zwar ein Affe, doch sie benimmt sich noch allzu menschlich: Sie will ihr Essen mit dem Tierpfleger teilen. «Das mag bei Menschen löblich sein, doch kein Gorilla teilt sein Essen», sagt Robert Zingg, Kurator im Zoo Zürich. Er macht sich deshalb Sorgen um Mary. Das im Zoo Münster geborene 3-jährige Gorillaweibchen ist neu zu der Zürcher Gorilla-Gruppe gestossen. Da ihre unerfahrene Mutter sie nicht gut behandelte, wurde sie von Hand aufgezogen. Jetzt fehlt ihr offensichtlich die Erfahrung im Umgang mit Artgenossen.

Mary sitzt im Gorillagehege etwas erhöht in einer Ecke und schaukelt mit dem Oberkörper hin und her. Die stereotypen Bewegungen weisen daraufhin, dass das Tier verunsichert ist. «Sie ist innerlich einfach noch kein richtiger Gorilla», sagt Zingg. Was sich in der Gruppe brutal auswirkt: Vor allem anfangs wurde sie gehänselt, geschubst, gekniffen und geschlagen. «Die Kleinen sind da gnadenlos», sagt Zingg. Und Mary hat dem nichts entgegenzuhalten und ist noch nicht in der Lage, die fürsorglichen Annäherungen von N’Yokumi, die vor fünf Jahren ebenfalls als Handaufzucht nach Zürich kam, anzunehmen. «Ihr fehlt es ganz offensichtlich noch am nötigen Vokabular.» Was sich auch darin zeige, dass sie in Panik verfällt, wenn N’Gola sich ihr nähert. Beim ersten Kontakt hat sie ihn sogar vor Schreck gebissen. Der Silberrücken beobachtet sie seither leicht irritiert.

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