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Im Zürcher Sozialamt 100'000 Franken abgezweigt

Eine Mitarbeiterin der Sozialen Dienste der Stadt hat sich seit 2008 immer wieder ein paar Hundert Franken selbst ausgezahlt. Sie wurde angezeigt und entlassen.

Im Zürcher Sozialamt soll viel Geld abgezweigt worden sein: Broschüren in einem Sozialzentrum. (Bild: Keystone)
Im Zürcher Sozialamt soll viel Geld abgezweigt worden sein: Broschüren in einem Sozialzentrum. (Bild: Keystone)

Sie ging offenbar sehr geschickt vor: Zwischen 2008 und 2010 sowie zwischen 2014 und 2016 hat eine Sachbearbeiterin der Sozialen Dienste der Stadt Zürich immer wieder Beträge um 2000 Franken abgezweigt – lange ohne aufzufliegen. Mit falschen Belegen oder sogar gänzlich ohne Belege zahlte sie sich insgesamt rund 100'000 Franken aus, wie Beatrice Henes, Sprecherin der Sozialen Dienste, bestätigt. Getarnt waren die Zahlungen etwa als Beiträge an Krankenkassen: Prämienrechnungen oder Arztrechnungen, welche die Stadt für Sozialhilfebezüger übernimmt.

Die Angestellte im Sozialdepartement von Raphael Golta (SP) flog letzten Oktober auf: Kontrolleure hatten die verdächtigen Zahlungen entdeckt. Schnell wurde zunächst intern weitergeforscht, ob noch mehr Fälle vorliegen. Das war so, die langjährige Mitarbeiterin eines der fünf Zürcher Sozialzentren wurde angezeigt, worauf die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren eröffnete. Die mutmassliche Betrügerin wurde noch im Oktober von der Stadt entlassen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

«Die Frau ist äusserst geschickt vorgegangen»

Gemäss einer Mitteilung der Sozialen Dienste wurden alle nötigen Massnahmen eingeleitet, «um den Vorfall lückenlos aufzuklären». Sprecherin Henes spricht von einem einmaligen Fall. Dass die Mitarbeiterin erst nach acht Jahren aufflog, erklärt sie so: «Die Frau ist äusserst geschickt und vorsichtig vorgegangen, unserer Einschätzung zufolge mit hoher krimineller Energie.» Für die «Lücke» zwischen 2010 und 2014, in der die Beschuldigte kein Geld abzweigte, hat Henes keine Erklärung. Die Frau sei in dieser Zeit angestellt gewesen.

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