Grillmeister Baba filmt Containerbrand und wird bedroht

Nachdem der Pumpstation-Grillchef einen Mann zur Rede gestellt hatte, erhielt er Morddrohungen.

Kult-Grillmeister Baba spricht jungen Mann mit Whiskey-Flasche an und filmt brennenden Container.

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Per Facebook-Post mit zwei Videos sucht Michel Péclard, Inhaber des Restaurants Pumpstation, nach einem jungen Mann. Er soll am Freitagabend gegen 23.30 Uhr am Utoquai zwei Container in Brand gesetzt haben. Péclard findet das Verhalten inakzeptabel und hat eine Belohnung von 500 Franken für den Namen des jungen Mannes ausgeschrieben. «Eine Anzeige gegen unbekannt bringt nichts», sagt Péclard gegenüber «20 Minuten». Der Facebook-Post solle als Abschreckung dienen.

Die beiden Videos hat Pumpstation-Grillchef Baba aufgenommen. Er hat die Szene am Freitag hautnah miterlebt und mit seinem Handy gefilmt. Danach wurde er von mehreren jungen Männern mit dem Tod bedroht. Sie forderten ihn auf, die Aufnahmen zu löschen. «Ich hatte Todesangst», sagt er. Er habe die ganze Nacht nicht geschlafen und Angst um seine Familie gehabt. «So viel Angst hatte ich noch nie in meinem Leben.»

Nachdem er den Brand im Container gelöscht und die Polizei kontaktiert hatte, habe er sich bis 3 Uhr morgens in einem Auto versteckt. «Ich finde es megatraurig, was gewisse junge Leute anstellen.» Am Utoquai kommt es fast jedes Wochenende zu Auseinandersetzungen und Pöbeleien. Laut Baba war die Pumpstation früher um 23 Uhr noch voll. Heute schliesse man teilweise schon um 22 Uhr, weil die Gäste wegen der Auseinandersetzungen fernbleiben würden.

«Private Fahndungsaufrufe sind problematisch»

Die Stadtpolizei Zürich bestätigt auf Anfrage einen Einsatz am Freitagabend am Utoquai. Drei Personen seien festgenommen worden. Ob der gesuchte junge Mann unter den festgenommenen Personen ist, bleibt offen.

Die Stadtpolizei hält private Fahndungsaufrufe aber für «sehr problematisch», wie Sprecherin Judith Hödl auf Anfrage sagt. Das könne Schadenersatzforderungen nach sich ziehen – «etwa dann, wenn eine unschuldige Person durch ein Video oder Bild öffentlich denunziert worden ist und danach gegen die Publikation klagt». Die Arbeit sollte in solchen Fällen der Polizei überlassen werden. (TA)

Erstellt: 15.07.2019, 08:13 Uhr

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