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Grossbrand beim Zürcher HB: Gebäude ist einsturzgefährdet

Beim Bahnhofplatz stand am frühen Morgen ein Geschäftshaus in Flammen. Es kam zu Explosionen, wobei ein Polizist verletzt wurde.

Das Feuer war in der ganzen Stadt zu sehen: Brand beim Hauptbahnhof Zürich. Video: 20 Minuten/Leser-Reporter

Neben dem Zürcher Hauptbahnhof ist am frühen Morgen ein Geschäftsgebäude in Brand geraten. Die meterhohen Flammen waren weitherum sichtbar. Die Rettungskräfte brachten das Feuer im Dachstock mit einem Grossaufgebot gegen vier Uhr unter Kontrolle. Das Haus ist einsturzgefährdet, der Sachschaden ist laut Polizei immens. Verletzt wurde niemand.

Wegen des Grossbrands sind vor dem Hauptbahnhof alle Strassen gesperrt, weshalb sich hinter dem HB, beim Landesmuseum, die Autos stauen.
Wegen des Grossbrands sind vor dem Hauptbahnhof alle Strassen gesperrt, weshalb sich hinter dem HB, beim Landesmuseum, die Autos stauen.
Walter Bieri, Keystone
Auch in Richtung Löwenplatz sind die Strassen gesperrt, eine Hauptachse durch Zürich fällt somit derzeit weg.
Auch in Richtung Löwenplatz sind die Strassen gesperrt, eine Hauptachse durch Zürich fällt somit derzeit weg.
Walter Bieri, Keystone
Die Brandursache wird abgeklärt. Dazu sucht die Polizei Zeugen.
Die Brandursache wird abgeklärt. Dazu sucht die Polizei Zeugen.
20 Minuten
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Die Rettungskräfte wurden um 2.16 Uhr alarmiert, wie ein Sprecher von Schutz & Rettung Zürich vor Ort der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die Flammen schlugen meterhoch aus dem Dach und waren in der Stadt von weither zu sehen. Innert kurzer Zeit gingen bei der Polizei über 50 Notrufe ein, einer auch aus der Nachbargemeinde Kilchberg.

Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, stand der Dachstock des Eckhauses am Bahnhofplatz und am Bahnhofquai in Vollbrand. Die Rettungskräfte standen laut eigenen Angaben mit einem Grossaufgebot im Einsatz, um das Feuer einzudämmen und ein Übergreifen auf andere Gebäude zu verhindern. Die Löscharbeiten dauerten am Morgen an.

Die Rettungskräfte standen nach eigenen Angaben mit einem Grossaufgebot im Einsatz, um das Feuer einzudämmen und ein Übergreifen auf andere Gebäude zu verhindern. Die Feuerwehrleute bekämpften den Brand von Drehleitern und Hubrettern von mehreren Seiten aus. Noch am Morgen löschten sie Glutnester.

«Schaden ist immens»

Im Einsatz standen neben der Berufs- und Milizfeuerwehr Zürich sowie Schutz & Rettung auch die Stützpunktfeuerwehren von Wallisellen und Kloten. Hinzu kamen Polizei, Elektrizitätswerk und Verkehrsbetriebe.

Nach Ausbruch des Feuers waren noch viele Passanten und Nachtschwärmer unterwegs. Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, stand der Dachstock des Eckhauses am Bahnhofplatz und am Bahnhofquai in Vollbrand. Die Flammen breiteten sich rasch vom Dachstock her aus. Insbesondere der Hausteil am Bahnhofquai wurde schwer beschädigt. Der Sachschaden ist gemäss Schutz & Rettung immens.

Die Brandursache sei noch unklar, sagte Polizeisprecher Mario Cortesi der Nachrichtenagentur SDA. «Die Brandermittler der Kantonspolizei waren schon im Gebäude, es wird aber noch längere Zeit dauern, bis wir etwas Genaueres sagen können», so Cortesi. Was man wisse sei, dass kurz nach 2:15 Uhr erste Meldungen bei der Polizei eingegangen seien und in der Folge zwei heftige Explosionen stattgefunden hätten. «Es sind Trümmerteile bis zu 200 Meter weit davongeflogen. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt.»

«Trümmerteile flogen 200 Meter weit»: Polizeisprecher Mario Cortesi über das Feuer beim Hauptbahnhof. (Video: SDA)

Eine Mitarbeiterin von SDA berichtete von zwei deutlich hörbaren Explosionen in der Stadt. Diese ereigneten sich gegen 2.30 Uhr. Laut Angaben des Behördensprechers ist beim Brand mindestens eine Gasflasche explodiert. Man habe entsprechende Trümmer gefunden. Ein Leser-Reporter von «20 Minuten» hat die zweite Explosion auf Video festgehalten.

Polizist wurde verletzt

Im Gebäude gab es gemäss einer Mitarbeiterin von Keystone-SDA gegen 2.30 Uhr zwei heftige Explosionen. Dabei explodierte mindestens eine Gasflasche. Ein Trümmerteil wurde nach Behördenangaben rund 200 Meter durch die Luft geschleudert. Bei ersten Abklärungen fand die Polizei an der Bahnhofstrasse ein zwei Kilogramm schweres Metallteil einer Gasflasche. Hinweise auf ein Delikt lagen am Morgen nicht vor.

Bei den beiden Explosionen zog sich ein Polizist ein Hörtrauma zu. Er musste sich im Verlauf des Samstags einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Von Verletzten ausser dem Polizisten hatten die Rettungskräfte am Morgen nach eigenen Angaben keine Kenntnis. In dem betroffenen Gebäude fanden seit einiger Zeit Bauarbeiten statt. Es war unbewohnt.

Das Haus wurde durch den Brand weitgehend zerstört. Wegen der Grösse des Schadenplatzes und zur Sicherheit der Bevölkerung sperrte die Polizei den Bahnhofplatz und umliegende Strassenabschnitte grossräumig ab.

Video: Leser-Reporter 20 Minuten

Strassen und auch Geschäfte in der Nähe bleiben für längere Zeit gesperrt, weil das Gebäude einsturzgefährdet ist. Der Tram- und Busverkehr am Bahnhofplatz wurde eingestellt. «Die Innenstadt sollte gemieden werden», sagt Cortesi.

Die Unterführung vom Landesmuseum zur Rudolf-Brun-Brücke wurde wegen der Einsturzgefahr gesperrt. Die Coop-Filiale in einem Nachbargebäude blieb vorerst geschlossen. Zudem wurde der Tram- und Busverkehr am Bahnhofplatz eingestellt.

Video: Leser-Reporter

Die Brandursache war Gegenstand von Ermittlungen. Diese führen die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Detektive der Stadtpolizei sowie Brandermittler der Kantonspolizei durch. Die Polizei sucht Zeugen.

SDA/NN

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