Street Parade: Noch viele Hotelbetten frei

Die Parade wird auch dieses Jahr Zehntausende Gäste nach Zürich locken. Das freut die Zürcher Hoteliers. Restlos glücklich sind sie aber nicht.

Die Zürcher Hotels – im Bild das neue Motel One – profitieren von der Parade. Einzelne Hoteliers sprechen von mehr freien Zimmern als in den Vorjahren.

Die Zürcher Hotels – im Bild das neue Motel One – profitieren von der Parade. Einzelne Hoteliers sprechen von mehr freien Zimmern als in den Vorjahren. Bild: Doris Fanconi

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Irgendwann werden am Samstag oder Sonntag auch die Raverinnen und Raver erschöpft sein und ins Bett fallen wollen. Für die Zürcher Hoteliers ist das Street-Parade-Weekend deshalb ein erfreuliches Wochenende: Die vielen Tausend Gäste, die aus ganz Europa nach Zürich strömen, sorgen für eine exzellente Auslastung. Einzelne Hoteliers bestätigen dies auch in diesem Jahr: Die Doppelzimmer seien alle vergeben, sagt Kurt Wodiczka, der Hotelmanager der Hotels Walhalla und Leoneck.

Auch das Hotel Helmhaus in der Altstadt – also mitten im Street-Parade-Revier – ist laut Mario Strehlow «fast ausgebucht». Sein Hotel sei an diesem Wochenende «in der Regel immer ausgebucht». Er rechne damit, dass auch in diesem Jahr die letzten freien Zimmer noch weggehen würden.

Nahezu voll ist ebenso das Hotel Platzhirsch. Ob es sich noch komplett fülle, hängt laut Direktorin Sigi Gübeli vom Wetter ab. «Die Erfahrung zeigt, dass viele Raverinnen und Raver spontan – je nach Wetter – entscheiden, ob sie nach Zürich kommen oder nicht.» Bei schlechtem Wetter könne es zu kurzfristigen Absagen kommen.

Good News auch vom Weinplatz: Dort ist das Fünfsternhotel Storchen zu 85 Prozent voll. «Allerdings steigen bei uns nicht unbedingt Street-Parade-Gäste ab», sagt Direktor Jörg Arnold. Im Moment seien die Zürcher Hotels generell gut ausgelastet, gerade im Vergleich mit den Sommermonaten der letzten Jahre. «Wir haben viele Gäste aus dem arabischen Raum, aus den USA und sogar auch wieder mehr aus Deutschland», so Direktor Arnold.

Jörg Arnolds Wahrnehmung bestätigt Ueli Heer von Zürich Tourismus: Zwar würden noch keine Zahlen vorliegen, aber das Geschäft laufe gut. Ein erfolgreicher Sommer sei für die Zürcher Hotels wichtig, weil dann in Zürich Hochsaison sei – nicht nur, aber auch wegen der Street Parade.

Mehr Zimmer frei als in anderen Jahren

Trotz der guten Auslastung: Euphorisch sind die Zürcher Hoteliers nicht. Platzhirsch-Direktorin Gübeli sagt, sie habe den Eindruck, am diesjährigen Street-Parade-Wochenende seien mehr Zimmer frei als während der vergangenen Paraden. Sie habe darüber auch mit den Leuten der Buchungsplattform Booking.com gesprochen: «Diese haben meinen Eindruck bestätigt.»

Und welches sind die Gründe? Schwierig zu sagen, findet Gübeli. Dass es in Zürich immer mehr Betten gebe – gerade sind mit dem Motel One über 400 hinzugekommen: Das spiele wohl eine Rolle, sei aber kein spezifisches Street-Parade-Problem. «Das grössere Angebot an Betten wird auch am Zurich Film Festival oder an Silvester zum Ausdruck kommen: Wenn es mehr Zimmer gibt, gibt es eine andere Verteilung. Das ist logisch.»

Die konkrete Manifestation dieser Logik: Auch die Betten im neuen Zürcher Motel One sind fast alle besetzt. «Wir sind sehr gut gebucht», sagt Hotelmanager Urs Vogel. «Dass wir nicht ausgebucht sind, dürfte daran liegen, dass es uns erst seit kurzem gibt und die Leute zum Teil lange im Voraus gebucht haben. Ich bin überzeugt, dass wir bei der nächsten Street Parade ausgebucht sein werden.»

Zusätzliche Hotelbetten, dazu Airbnb- und ähnliche Angebote: Selbstverständlich werde dies Auswirkungen zeitigen, sagt Storchen-Direktor Arnold, «nicht zuletzt im Preisniveau». Je grösser das Angebot, desto stärker der Preisdruck. «Darunter leiden aber nicht in erster Linie wir oder andere Fünfsternhotels. Eher werden sich Angebote wie das Motel One auf die bestehende Drei- und Viersternhotellerie auswirken», so Jörg Arnold.

Aus Platzhirsch-Direktorin Gübelis Sicht gibt es darauf nur eine Antwort: «Wir – die Zürcher Hoteliers, aber auch Zürich Tourismus und die Stadt Zürich – müssen alles tun, damit wir noch attraktiver werden für Touristen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.08.2017, 12:29 Uhr

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