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Hauri geht mit den Stadtspitälern einen riskanten Weg

Der neue Zürcher Gesundheitsvorsteher setzt alles auf einen Mann: den Triemli-Direktor.

Kooperation statt Konkurrenz, das will Stadtrat Andreas Hauri für die Stadtspitäler Triemli und Waid. Foto: Reto Oeschger
Kooperation statt Konkurrenz, das will Stadtrat Andreas Hauri für die Stadtspitäler Triemli und Waid. Foto: Reto Oeschger

Was Claudia Nielsen (SP) in acht Jahren nicht zustande gebracht hat, schafft ihr Nachfolger an der Spitze des Zürcher Gesundheitsdepartements in 100 Tagen. Dieser Eindruck entstand gestern, als Andreas Hauri (GLP) seine Lösung für die wirtschaftlichen Probleme der zwei Stadtspitäler präsentierte. Statt wie bisher als Konkurrenten aufzutreten, müssen Triemli und Waid zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Das ist kein Wunsch, sondern Befehl. Hauri liess keinen Zweifel aufkommen, dass sich jetzt etwas ändert. Und zwar rasch. Schon bis Ende Jahr werden zentrale Dienste zusammengeführt und erste Fachgebiete auf ein Spital konzentriert. Nächstes Jahr folgen weitergehende Schritte.

Die Kooperation der beiden Spitäler und die Fokussierung auf je unterschiedliche Medizinbereiche waren überfällig. Das Triemli ist stark in der Akutmedizin, das Waid in der Behandlung chronischer Krank­heiten, speziell von alten Menschen. Diese Profile zu schärfen, ist sinnvoll. Der Weg, den Hauri geht, ist aber höchst riskant. Der GLP-Politiker verlässt sich voll auf einen Mann: Triemli-­Direktor André Zemp. Der Ökonom soll es richten. Als Chef über beide Spitäler erhält er weitgehende Kompetenzen. Zemp setzt die neue Geschäftsleitung zusammen, und er bestimmt, welche Behandlungen künftig an welchem Spital stattfinden. Der Stadtrat hat ihn beauftragt, eine Angebotsstrategie zu erarbeiten. Es ist davon auszugehen, dass er Zemps Vorschlag dann auch absegnet.

Strategien zu entwickeln, wäre eigentlich Aufgabe des Gesundheitsvorstehers. Denn in Zürich sind die Spitäler noch immer Dienstabteilungen der Stadt. Hauri, neu im Amt, hat das nun einfach auf die operative Ebene delegiert. An jemanden, der ­bekannt dafür ist, nicht lange zu diskutieren, sondern anzuordnen. Im Waid befürchtet man, Zemp werde das Triemli bevorzugen. Mit verheerenden Folgen: Die Besten werden ­gehen. Und wohl eher zur Konkurrenz als ins Schwesterspital. Zu unterschiedlich sind die Kulturen von Waid und Triemli.

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