Hausbesetzer im Zürcher Kreis 4 lassen Ultimatum verstreichen

Das Gebäude der Heilsarmee im Zürcher Kreis 4 ist von den Besetzern trotz Ultimatum um Mitternacht nicht geräumt worden.

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Das Heilsarmee-Haus an der Ankerstrasse 31 in Aussersihl ist noch immer im besetzten Zustand. Das ist insofern bemerkenswert, als die Hausbesetzer seit der Übernahme der Räumlichkeiten am 23. November 2017 schon drei Ultimaten der Religionsgemeinschaft haben verstreichen lassen. Das letzte ist um Mitternacht in der Nacht auf heute Donnerstag abgelaufen.

Nun dürfen die Besetzer bis Sonntag, 14. Januar, bleiben, wie Marianne Meyner bestätigt. Die Chefsekretärin der Heilsarmee hat den jungen Leuten eine weitere Fristerstreckung gewährt, wie sie sagt. Sie gibt sich zuversichtlich, dass die Besetzer diesmal abziehen werden. Denn erstmals seien sie selber aktiv geworden und hätten einen Vorschlag gemacht.

Das Vorweisen der Abbruchbewilligung für das Gebäude habe wohl den Ausschlag gegeben, meint Meyner. Die Besetzer schätzt sie als erfahren ein: «Sie kennen die Spielregeln.» Bei Vorliegen einer Abbruchbewilligung ist die Polizei verpflichtet, auf Antrag der Eigentümerschaft das Haus zu räumen.

Besetzer haben Abzug schriftlich bestätigt

Die Absichtserklärung, das Haus zu verlassen, hat Meyner nun schriftlich. «Ich hoffe, das klappt und keine polizeiliche Räumung nötig wird», sagt sie. Denn ansonsten werde es mit dem Bauzeitplan knapp.

Die Heilsarmee will das Gebäude abbrechen und Ende 2019 ein neues Wohnheim mit 36 Plätzen und einen Gemeindesaal eröffnen. Die Baubewilligung liegt längst vor, die Bauarbeiter hätten heute Donnerstagmorgen mit dem Rückbau beginnen sollen.

Die letzte gewaltsame Räumung war im Sommer 2014 jene des Labitzke-Areals, die von der Besetzerszene mit einer Blockierung der Hohlstrasse «gefeiert» wurde.

Bilder: Zürichs Hausbesetzungen der letzten 40 Jahre

Erstellt: 11.01.2018, 09:25 Uhr

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