«Vielen Haltern ist nicht bewusst, wie rasch ein Hund überhitzt»

Die Hitze ist nicht nur für den Menschen eine Herausforderung. Auch Hunden und Katzen machen die hohen Temperaturen zu schaffen. Ärztin Claudia Müller rät: viel trinken und viel Schatten.

Wasser gegen die Hitze: Hunde haben es gerne kühl.

Wasser gegen die Hitze: Hunde haben es gerne kühl. Bild: Esther Michel

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Diese Woche bringt uns Temperaturen von über 30 Grad. Wie gehen Haustiere damit um?
Hunde und Katzen haben weit weniger Schweissdrüsen als Menschen. Sie können nur über die Pfoten schwitzen. Hunde geben zudem Temperatur ab, indem sie hecheln. Mit anderen Worten: Haustiere mögen keine hohen Temperaturen.

Unter dem Titel «Todesfalle Auto» hat die Kleintierklinik jüngst davor gewarnt, bei hohen Temperaturen Hunde im parkierten Auto zurückzulassen. Wie oft müssen Sie überhitzte Hunde behandeln?
Mehrmals pro Sommer. Es ist ja nicht so, dass die Hundehalter aus bösem Willen ihre Tiere im Auto zurücklassen. Vielmehr sind sie sich nicht bewusst, wie rasch ein Hund überhitzt und wie wenig es dazu braucht. Schon bei Temperaturen von knapp über zwanzig Grad kann es gefährlich werden. Zudem glauben noch immer manche Hundehalter, ein spaltbreit geöffnetes Fenster bringe genug frische Luft ins Auto. Das ist ein Irrglaube!

Gibt es aktuell bei Ihnen in der Klinik Hitzeopfer, die Sie behandeln müssen?
Bis jetzt wurde kein Tier mit Hitzeschlag bei uns eingeliefert. Wir hören, dass die Hunde nicht so aktiv sind wie sonst, aber das ist normal bei diesen Temperaturen.

Worauf muss man als Haustierhalter in Hitzezeiten achten?
Tiere brauchen genügend Schatten und genug Wasser. Katzen schauen in der Regel für sich selber und suchen sich einen Schattenplatz. Von Hunden sollte man nicht zu viel Aktivität verlangen, Spaziergänge mit ihnen macht man sinnvollerweise am frühen Morgen oder am Abend. Auch für Kaninchen oder Meerschweinchen gilt: einen Schattenplatz suchen und genügend Wasser geben.

Gibt es Haustiere, denen die Hitze überhaupt nichts ausmacht?
Natürlich gibt es exotische Reptilien, die es gerne heiss haben. Aber die klassischen Haustiere sind alle lieber am Schatten. Es gibt allerdings Unterschiede punkto Empfindlichkeit: Die aktuell sehr beliebten kurznasigen Hunde, also zum Beispiel Mopse oder Bulldoggen, haben es bei hohen Temperaturen besonders schwer. Wegen der kurzen Nase fällt diesen Hunden das Atmen und damit auch das Hecheln schwer. Sie sind deshalb in der Hitze gefährdeter. Hunde mit langen Nasen haben weniger Mühe.

Erstellt: 20.06.2017, 16:35 Uhr

Claudia Müller ist Oberärztin an der Kleintierklinik des Zürcher Tierspitals. (Bild: zvg)

Keine Turbulenzen

Bisher meistert Zürich die Hitze problemlos.

Keine Hunde, die aus parkierten Autos befreit werden müssen. Keine schweren Badeunfälle: Die Sprecherin der Zürcher Stadtpolizei, Judith Hödl, meldet «Courant normal». Bisher habe die Hitze zu keinen Turbulenzen geführt. Auch bei Schutz & Rettung Zürich herrscht Normalbetrieb. Zwar gebe es wohl den einen oder anderen Einsatz, bei dem ein überhitzter Patient versorgt werden müsse, sagt Sprecher Roland Portmann – zum Beispiel Sporttreibende, die es an der prallen Sonne mit ihrem Hobby übertrieben haben. Allerdings seien Hitzeopfer keine Kategorie, die von Schutz & Rettung spezifisch erfasst werde. Denn in der Regel sei es so, dass das Wetter nicht die direkte und alleinige Ursache eines medizinischen Notfalls sei. Hingegen würden höhere Temperaturen oftmals ein bestehendes gesundheitliches Problem verstärken. Ausserdem seien sie für ältere Menschen eine Belastung. Gerade diese, so Portmann, würden aber die bekannten Vorsichtsmassnahmen gut beherzigen: viel Schatten und viel trinken. (han)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Blogs

Geldblog Investieren Sie 3.-Säule-Gelder vorsichtig!

Mamablog Papas Notenverweigerung