Heiraten, wo die Stadt zu Füssen liegt

Zürich hat fünf neue Lokale für zivile Trauungen bewilligt. Darunter ist auch Überraschendes.

Kann zukünftig als Traulokal für die zivile Heirat gewählt werden, wenn auch für einen Aufpreis: Das Dolder Grand.

Kann zukünftig als Traulokal für die zivile Heirat gewählt werden, wenn auch für einen Aufpreis: Das Dolder Grand. Bild: Gaëtan Bally/Keystone

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Die Auswahl an Traulokalen für Paare, die zivil heiraten möchten, wird in der Stadt Zürich grösser: Die Stadt hat fünf neue Lokale bewilligt. In einem «mehrstufigen Verfahren» hat das Zivilstandsamt die neuen Orte eruiert.

Im Hotel Widder fanden die Beamten eine «ideale Erweiterung an würdigen Räumen im Zentrum der Stadt». Das Restaurant Clouds im Prime Tower sei eine «perfekte Lokalität für alle, die hoch hinauswollen». Der Bogen F in den Viaduktbögen sei «für etwas anders geartete Wünsche eine tolle Alternative». Beim Dolder Grand wiederum liege dem glücklichen Paar die Stadt zu Füssen. Und die Fabrikhallen im Papiersaal könnten nach den Bedürfnissen der Brautleute gestaltet werden. Die Betreiber der Lokalitäten würden «den Willen, die Freude und die notwendige Flexibilität mitbringen, um die Wünsche der Paare zu berücksichtigen», steht im entsprechenden Stadtratsbeschluss.

Das Dolder ist am teuersten

Der Stadt entstehen durch die neuen Traulokale keine Zusatzkosten, die Mehrkosten müssen die Brautpaare und die Betreiber auf sich nehmen. Sie bewegen sich zwischen 250 und 400 Franken, im Fall des Dolder Grand um 1000 Franken. Heiraten können Brautpaare an den fünf neuen Orten jeweils am Freitag und am Samstag.

Heute können Brautpaare für die zivile Trauung unter vier Lokalen auswählen, wobei das Trauzimmer im Stadthaus bei weitem das beliebteste ist. Seit 2009 können sie aber auch im Zunfthaus zur Waag, in der Weinschenke des Hotels Hirschen und in der Masoala-Halle im Zoo einander das Jawort geben. Mit den neuen Lokalen erweitert die Stadt zudem die Zeiten, in denen zivile Trauungen möglich sind. Im Stadthaus sind sie neu auch am späteren Freitagnachmittag und am Samstagnachmittag möglich.

Auslöser für die Suche nach neuen Traulokalen war ein Postulat der Grünliberalen-Gemeinderäte Corina Gredig und Guy Krayenbühl im Februar 2018. Die Bedeutung der zivilen Trauung habe für Paare eindeutig zugenommen, schrieben sie. Eine Öffnung biete neue Einnahmemöglichkeiten für Restaurants und Lokale in den Quartieren, aber auch für den Zürcher Tourismus, welcher Angebote für Hochzeitstourismus kreieren könnte. Explizit nennen sie Trauungen auf dem Schiff.

Nur mit festem Boden unter den Füssen

Ganz so eindeutig steigend, wie Gredig und Krayenbühl sagen, sind die Zahlen der Trauungen allerdings nicht. Sie pendelten in den letzten zehn Jahren zwischen 2500 und 2750 Trauungen, in den Jahren 2003 und 2004 lagen sie bei knapp über 3000.

Und die Stadt kann auch nicht auf jeden Vorschlag des Postulats eingehen, weil sie nicht ganz frei über ihre Trauorte entscheiden darf. Trauungen in der freien Natur sowie in stehenden oder bewegten Fahrzeugen – zum Beispiel einem Schiff – seien rechtlich nicht zugelassen, schreibt der Stadtrat. Und auch der Beschluss für die fünf neuen Lokale gilt erst, wenn die Aufsichtsbehörde beim Kanton diese bewilligt hat.

Erstellt: 07.10.2019, 16:00 Uhr

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