«Herausfordernd wird der Umgang mit jungen Flüchtlingen sein»

Zürich wächst bis 2030 um ein Fünftel. Anna Schindler von der Stadtentwicklung erklärt, wie sich das Stadtleben verändern wird.

Wird bald noch dichter und lebendiger: Stadt Zürich von oben

Wird bald noch dichter und lebendiger: Stadt Zürich von oben Bild: Alessandro della Bella/Keystone

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Die Aussenquartiere werden in Zukunft am stärksten wachsen, wie kann man das erklären?
Schlicht und einfach, weil das die Orte sind, wo man noch bauen und wachsen kann. Wir berechnen die Prognose unter anderem mit den geplanten Bauprojekten. In Schwamendingen beispielsweise sind grosse Ersatzneubauten bei Genossenschaften geplant.

Was bedeutet das für die Stadt?
Diese Entwicklung plant die Stadt schon lange und sie will diese Entwicklung auch. Mehr Wohnende in den Aussenquartieren wird mehr Leben bringen. Es heisst aber auch, dass wir dort mehr Schulen und eine bessere Nahversorgung, Detailhandel, Gewerbe und so weiter brauchen werden.

Weiter prognostizieren Sie einen Anstieg bei den Jugendlichen. Woher kommt das?
Unsere Überlegungen sind hier rein demografisch. In den letzten Jahren ist die Geburtenrate in Zürich sehr hoch. Diese Kinder, die jetzt zwischen null und neun Jahre alt sind, werden älter werden, sodass es in 14 Jahren mehr Jugendliche in der Stadt geben wird als heute. Wir gehen davon aus, dass dies auch in Zukunft so weitergehen wird.

Was heisst es für die Stadt, wenn es mehr Jugendliche gibt?
Das ist für die Stadt eine extrem positive Entwicklung. Sie wird immer jünger. Das Problem der demografischen Überalterung, das viele andere Städte haben, gibt es in Zürich nicht. Es bedeutet aber auch, dass wir mehr Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten für diese Jugendlichen zur Verfügung stellen müssen.

Welche Herausforderungen sehen Sie in diesem Bereich?
Die grösste Herausforderung wird deshalb im Sozialen und in der Bildung sein. Auch herausfordernd, wenn auch auf einer ganz anderen Ebene, wird der Umgang mit jungen Flüchtlingen in Zürich sein. Viele Migranten sind als Jugendliche zu uns gekommen. Solches Migrationswachstum und dessen Folgen lassen sich schwer berechnen.

Insgesamt werden etwa ein Fünftel mehr Leute in der Stadt wohnen. Wie wird sich das Stadtleben verändern?
Die Stadt wird sich sicher weiterentwickeln. Dort, wo es nicht heute schon dicht ist, wird sie noch dichter werden. Das will ich aber nicht als Negativtrend verstehen. Wir haben heute zwar so viele Menschen wie noch nie in der Stadt, wir haben aber auch so viele Arbeitsplätze wie noch nie. Das hängt zusammen. Die Stadt wird in Zukunft dichter, heterogener und lebendiger werden.

Wie muss die Stadt auf dieses Wachstum reagieren?
Es wird wichtig sein, dass wir die Infrastruktur für all diese neuen Bewohner unserer Stadt bieten können. Sie brauchen Mobilität, Wohnraum und Arbeitsplätze. Wir müssen da mit dem Bevölkerungswachstum mithalten können.

Erstellt: 17.03.2016, 15:32 Uhr

Anna Schindler

Direktorin der Stadtentwicklung

Die Direktorin der Stadtentwicklung, Anna Schindler, freut sich, dass ihre Stadt immer jünger wird.

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