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«Hier darf man auch mal scheitern»

Als künstlerische Leiterin möchte Salome Hohl ab Januar 2020 das Dada-Haus stärker in der Stadt verankern. Foto: Tom Egli

Frau Hohl, warum wollten Sie Cabaret-Voltaire-Direktorin werden?

Wie genau wollen Sie dem Erbe Sorge tragen?

Wie verstehen Sie denn Dada?

Das Cabaret Voltaire kämpft von jeher mit diesem Spagat zwischen Tradition undProvokation, der offenbar schwer zu vermitteln ist.

Ich will präsent und sichtbar sein, offen für Anregungen, Ideen und Gespräche.

Salome Hohl

Stimmt, anno 1916 wurde das experimentelle Scheitern der Zürcher Dadaisten respektiert – aber da war das auch kein subventioniertes Haus in einem komplexen politischen Umfeld.

Hinzu kommt der Eindruck, die Luft sei nach der 100-Jahr-Feier von 2016 auch im Cabaret Voltaire ein bisschen draussen gewesen. Wie werden Sie dem Haus neuen Elan verleihen?

Wie wird dadaistische Kunst an und für sich zu erleben sein?

Für einen Nicht-Aficionado klingt das womöglich etwas kopflastig.

Sie spielen hier eine Rolle?

Falls ich stärker exponiert werde, hat das mit der unhaltbaren Situation zu tun, dass immer noch zu wenig Frauen in exponierten Positionen wirken.

Salome Hohl

Gehört das zum Jobprofil? Ist diese Nähe Ausdruck einer Kommerzialisierung?

Aber ein gewisser finanzieller Erfolgsdruck besteht sicher?

Hat man Ihnen eigentlich gesagt, dass Ihr Job dem eines Fussballtrainers ganz ähnlich sein wird?

Ich habe von Sophie Taeuber-Arp jüngst einen Brief gelesen, in dem sie schrieb: «Ich bin wüüüüüüüütend. Was ist das wieder für ein Quatsch, ‹radikale Künstler› (...) Dada ist etwas anderes.»

Salome Hohl

Weil auch bei Dada ganz viele Leute zu wissen meinen, was richtig und was falsch ist, was es braucht und was nicht. Macht Ihnen das keine Angst?

Dann befürchten Sie auch nicht, dass Sie als erste Frau auf diesem Direktionsposten stärker exponiert sein werden als die Männer vor Ihnen?

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Frage ich Sie nun noch nach der liebsten Dada-Figur, nennen Sie mir bestimmt eine Frau.

Bei solcher Begeisterung ist anzunehmen, dass die Dadaistinnen künftig mehr zu spüren sein werden als bisher.