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Hier spricht man Deutsch: Ansturm auf Sprachkurse für Eltern

Deutschkurse für fremdsprachige Stadtbewohner in Zürich sind keine Seltenheit. Selten sind jedoch die Erfolge solcher Angebote. Das dürfte sich nun ändern: Die Plätze im neusten Sprachkurs Elids sind heiss begehrt.

Jemanden nach dem Weg fragen, beim Arztbesuch die physischen Beschwerden erklären oder schlicht das richtige Amt in der Stadt finden – für die meisten Zürcherinnen und Zürcher stellen derlei Dinge keine Schwierigkeiten dar. Für fremdsprachige Bevölkerungsschichten können aber selbst alltägliche Besorgungen zu einem Problem werden. Deswegen bietet die Stadt Zürich bereits heute Deutschkurse an, um die Integration zu fördern.

Nicht alle Sprachkurse und –projekte sind von Erfolg gekrönt. Eine Hauptschwierigkeit besteht darin, die fremdsprachigen Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt überhaupt zu erreichen. Das neuste Kursangebot «Eldis – Eltern lernen Deutsch in der Schule» des Schul- und Sportdepartements Zürich geht mit einem neuen Ansatz an die Aufgabe heran – und das mit Erfolg.

Kontakt direkt über die Klassenlehrpersonen

«Wir konnten den Kontakt mit fremdsprachigen Eltern über die Klassenlehrperson ihrer Kinder herstellen. So ist es uns gelungen, die Leute direkt anzusprechen», erklärt Marcel Saluz von der Fachschule Viventa, die die Kurse im Auftrag der Stadt durchführt. Bereits haben sich so viele Personen angemeldet, dass in sämtlichen Schulkreisen der Stadt mindestens ein Deutschkurs angeboten werden kann. «Es war unser Hauptziel, in allen Schulkreisen solche Kurse durchzuführen, weil so die Einbindung ins Quartier besser möglich ist. Das war allerdings von der Nachfrage abhängig. Nun ist es sogar so, dass in einzelnen Schulkreisen mehrere Kurse zustande kommen», so Saluz weiter.

Die fremdsprachigen Eltern sollen durch die Eldis-Kurse aber nicht nur Deutsch lernen, sondern auch das Zürcher Schulsystem besser verstehen. «Wir haben festgestellt, dass bei verschiedenen Eltern diffuse Ängste herrschen. Ihnen ist nicht klar, wie unsere Schule funktioniert», weiss Saluz. «Gerade bei Personen, die aus Ländern mit einem diktatorischen Regime stammen, herrscht noch immer die Meinung vor, dass Schulen den verlängerten Arm des Regimes darstellen.»

Unklarheiten zum Turn- und Schwimmunterricht beseitigen

Hier soll der Kurs Gegensteuer geben. Im direkten Gespräch mit den Eltern können die Lehrpersonen Fragen rund um Themen wie Nachhilfestunden, Notengebung oder Promotion klären, aber auch Unklarheiten in Zusammenhang mit dem Turn- und Schwimmunterricht beseitigen. «In diesem oft heiklen Bereich geht es vor allem darum, den Eltern zu erklären, dass beim Schwimmunterricht die Sicherheit ihrer Kinder im Vordergrund steht», betont Saluz. In der Stadt Zürich ist eine Stunde Schwimmunterricht pro Woche von der 1. bis zur 4. Klasse obligatorisch, wobei der Unterricht von ausgebildeten Fachkräften erteilt wird.

Mit welchen Fragen die Kursleiterinnen und Kursleiter dereinst konfrontiert werden, wird sich noch erweisen. Die ersten Jahreskurse für in der Stadt Zürich wohnhafte Eltern von Vorschul-, Kindergarten- und Volksschulkindern starten am 20. Oktober 2008 und dauern bis 3. Juli 2009.

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