«Hochhäuser sind energetisch sehr interessant»

Hochbauten sind mit Zürichs 2000-Watt-Vision vereinbar, sagt der Spezialist für Gebäudesysteme. Vorausgesetzt, der Nutzungsmix im Haus stimmt.

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Eine neue Studie besagt, dass Zürcher gerne in Wohnhochhäusern wohnen würden. Was sagen Sie dazu?
Aus Sicht der Gebäudetechniker wäre eine Verdichtung mittels Wohnhochhäusern durchaus denkbar. Mehr noch: Sie ist aus energetischer Sicht sehr interessant.

Was heisst das?
Die grossen, besonnten Fassadenflächen sind ideal für Fotovoltaikanlagen. Dazu müssen die Hochbauten aber unterschiedlich genutzt werden – sprich: Der Mix von Wohnen, Arbeiten und Freizeit muss in den Hochbauten stimmen.

Weshalb ist dieser Mix so wichtig?
Weil die gespeicherte Sonnenenergie laufend verbraucht werden muss. Während der Verbrauch in Hochhäusern mit Wohnungen tagsüber gering ist, ist er in Hochhäusern mit Büroräumen und Freizeitangeboten hoch. Am Abend und in der Nacht ist es umgekehrt. Aus Sicht der CO2-Emissionen muss natürlich beachtet werden, dass die graue Energie minimiert wird, die beim Bau anfällt.

Also sind Hochhäuser grundsätzlich mit Zürichs 2000-Watt-Vision vereinbar?
Ja, die technischen Voraussetzungen wären gegeben. Nehmen wir als Beispiel das Hunzikerareal in Zürich-Oerlikon, das für die 2000-Watt-Gesellschaft ausgelegt ist. Die dort verwendete Technik liesse sich auch für höhere Gebäude verwenden.

Erstellt: 08.03.2016, 11:10 Uhr

«Die grossen, besonnten Fassadenflächen sind ideal für Fotovoltaikanlagen»: Zoltán Nagy, Oberassistent am Lehrstuhl Architektur und Gebäudesysteme der ETH Zürich. (Bild: zvg)

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Hochhäuser – laut kantonalem Baugesetz sind dies Gebäude mit einer Höhe von mehr als 25 Metern – sind bei Zürcherinnen und Zürchern beliebt: Jeder Zweite könnte sich gemäss einer Studie vorstellen, in ein Wohnhochhaus zu ziehen. Was sagen Experten zum Resultat dieser Umfrage bei rund 1000 Stadtzürchern, und wie ist ihre Meinung zum Thema Hochhausbau? Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat nachgefragt und publiziert die Interviews mit den Fachleuten in loser Folge. Dies ist Teil 3 der Serie.

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