Hochschulranking: Uni Zürich sackt ab

Auf der Liste der 200 besten Hochschulen weltweit rangiert die Universität Zürich 30 Plätze tiefer als im Vorjahr. Der Uni-Rektor relativiert.

Die Uni hat Plätze im Hochschulranking eingebüsst: Vorlesungssaal an der Universität Zürich.

Die Uni hat Plätze im Hochschulranking eingebüsst: Vorlesungssaal an der Universität Zürich. Bild: Raisa Durandi

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Schweizer Hochschulen rangieren unter den Top 200 der Welt, wie das neuste Ranking des Fachmagazins «Times Higher Education» (THE) zeigt. Für die Uni Zürich gab es bei der aktuellen Ausgabe jedoch eine unschöne Überraschung: Sie büsste 30 Plätze im Vergleich zum Vorjahr ein und sackte von Rang 106 auf Rang 136 ab.

Das Resultat sei einer schlechteren Bewertung im Bereich Lehre geschuldet, die 15 Prozent der Gesamtbewertung ausmacht, sowie einer geringeren Forschungsproduktivität, schrieb THE zur neuen Rangliste. Der Abstieg der Universität Zürich beruhe auf mehreren Faktoren. So habe beispielsweise auch die Anzahl vergebener Doktortitel pro Bachelor abgenommen. In Sachen Forschungsreputation und Forschungsgelder konnte sich die Uni Zürich hingegen leicht verbessern.

Strategien justieren

Die Universität Zürich nimmt das Ranking zur Kenntnis. «Wir werden die Resultate analysieren und falls nötig unsere Strategien justieren», sagt Rektor Michael Hengartner. Er gibt jedoch zu bedenken, dass es sich um eine weitgehend numerische Studie handle, in der rein statistische Fluktuationen stark ins Gewicht fallen können. Auch könne die Anzahl Forschungspublikationen nicht automatisch mit Qualität gleichgesetzt werden. «Wichtiger als die Quantität ist mir die Qualität der Publikationen unserer Forschenden», sagt Hengartner.

Gewisse Indikatoren wolle die Uni auch nicht maximieren. «Wenn einer unserer Bachelorstudiengänge besonders attraktiv und damit gut besucht ist, nimmt die Zahl der Doktorierenden im Verhältnis zu den Bachelorstudierenden automatisch ab», sagt Hengartner.

Unter den sieben Schweizer Hochschulen verlor auch die ETH Lausanne im Vergleich zum Vorjahr und landete neu auf Rang 38. Die Unis Basel, Bern und Genf hingegen konnten einige Plätze gutmachen und liegen jetzt auf den Plätzen 95 (zuvor 98), 105 (110) und 130 (137). Die ETH Zürich kann ihren Platz unter den Top 10 verteidigen, auch wenn sie vom 9. auf den 10. Platz abgestiegen ist; sie bleibt die beste Hochschule Kontinentaleuropas. Besser platzierten sich in Europa nur britische Institutionen, mit Oxford auf Platz 1 und Cambridge auf Platz 2. (rar/sda)

Erstellt: 05.09.2017, 16:03 Uhr

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