Hoi Leo, tschüss Liam

Neue Spitzenreiter und ein Absturz: Bei den beliebtesten Baby-Namen hat sich einiges getan. Auch Greta spielt eine Rolle.

Ein Vater mit Neugeborenem: Für viele Eltern ist die Namenswahl wichtig.

Ein Vater mit Neugeborenem: Für viele Eltern ist die Namenswahl wichtig. Bild: Getty Images

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Es ist eine Herzensentscheidung – und erst noch eine für ein ganzes Leben: Wie soll das Kind heissen? Obwohl diese Entscheidung zu einer sehr individuellen geworden ist, ist sie nach wie vor Trends unterworfen.

Einer dieser Trends: Alte Namen erfreuen sich neuer Beliebtheit. Das illustriert in der Stadt Zürich ein Beispiel besonders gut: Von 2014 bis 2017 führte Emma die Rangliste der Mädchennamen für Neugeborene an. Ein Name, der schon in den 1930er-Jahren häufig war und seit der Jahrtausendwende einen zweiten Frühling erlebt. Auch 2018 kamen 26 Emmas zur Welt. Einmal mehr: 1. Rang. Das zeigen die aktuellen Zahlen von Statistik Stadt Zürich.

Die eigentliche Spitzenreiterin

Doch erstmals muss Emma den 1. Platz teilen – mit Emilia und Sophia. Und Letztere kann mit einer etwas weiteren Namensdefinition als die heimliche Spitzenreiterin bezeichnet werden. Dann nämlich, wenn man die Schreibweisen mit «ph» und «f» zusammenzählt: 25 Sophias und 24 Sofias ergeben insgesamt 49. Ebenfalls zusammengenommen häufiger als Emma sind Hannah und Hanna: 30 Mädchen erhielten 2018 einen dieser beiden Namen.

Bei den Buben hiess der Spitzenreiter 2017 Liam, 28-mal wurde der Name damals vergeben. Seit der Jahrtausendwende wird er immer häufiger. Doch 2018 folgt der Absturz: «Nur» noch 13 Liams kamen in Zürich zur Welt, er ist auf den Topplätzen plötzlich nicht mehr vertreten.

Dafür gibt es einen neuen Primus unter den Bubennamen: Leo, der in den vergangenen 20 Jahren rasch in der Gunst der Zürcher Eltern gestiegen ist. Auf dem zweiten Rang folgt Paul. Er ist ein weiteres Beispiel für einen alten Namen, der einen zweiten Popularitätsschub erhält: Am beliebtesten war der Name ab Beginn der Messung 1930 bis in die 1960er-Jahre.

Doch auch bei den Buben gibt es heimliche Gewinner, die aufgrund verschiedener Schreibweisen aber nicht zusammengezählt wurden. Sie heissen Louis oder Luis (zusammen 39-mal) und Henry oder Henri (zusammen 26-mal).

Greta führt Liste im Kreis 1 an

Wenig überraschend sind die vorne rangierenden Namen auch in manchen Stadtkreisen beliebt. Doch im einen oder anderen Kreis gibt es auch überraschende Spitzenreiter. So führt etwa Greta die Rangliste im Kreis 1 an. Dank der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg etwa, die im Verlauf des vergangenen Jahres immer mehr Medienaufmerksamkeit erhielt? Vielleicht. Allerdings wird der Name schon seit etwa zehn Jahren auf tiefem Niveau häufiger, mit einem Höchststand von 9 Neugeborenen im vergangenen Jahr. Vielleicht reicht es ja im Zürcher Klimawahljahr 2019 für einen Platz richtig weit vorne.

Und auch bei den Buben gibt es auf Kreisebene Namen auf den vorderen Plätzen, die in der städtischen Liste nicht zu den populärsten gehören – zum Beispiel Miles, wiederum im Kreis 1. Und auch ein Altbekannter hat es hier auf einen ersten Platz geschafft: Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern des Kreises 9 ist Liam noch immer ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

Im Jahr 2018 kamen in der Stadt Zürich insgesamt 5212 Kinder zur Welt – und damit fast gleich viele wie 2017. Die Geburten verteilen sich ungleich über die Stadtkreise. Mit 900 Neugeborenen mit Abstand am meisten Babyzuwachs erhielt der Kreis 11. Dieser dürfte laut aktuellen Wachstumsprognosen auch in Zukunft stark wachsen.

Umgemünzt auf die Vornamenstatistik der nächsten Jahre, könnte das heissen, dass Zürich noch mehr Leos und Emmas bekommt – beide Vornamen waren im Kreis 11 besonders beliebt.

Erstellt: 16.05.2019, 09:10 Uhr

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