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«Ich hätte mir einen Starbucks gewünscht»

Die Leser hätten einige Ideen, wie das Mr.-Wong-Lokal nach der Schliessung genutzt werden könnte. Und sie lassen es bei ihren Vorschlägen an Ironie nicht fehlen.

Restaurant an bester Lage: Noch ist unklar, was nach der Schliessung in den Räumlichkeiten des Asia-Restaurants Mr. Wong angeboten wird.
Restaurant an bester Lage: Noch ist unklar, was nach der Schliessung in den Räumlichkeiten des Asia-Restaurants Mr. Wong angeboten wird.
Flickr.com

Mr. Wong schliesst. Ab Mitte 2013 ist es vorbei mit der asiatischen Schnellküche beim Hauptbahnhof und den Fried-Rice-Gerichten, deren Geschmack sich in den 20 Jahren seit Bestehen des Restaurants nie geändert hat.

Die meisten Leserinnen und Leser sind sich darin einig, dass der Verlust zu verkraften ist. «Nach maximal sechs Monaten erinnert sich keiner mehr an Mr. Wong», schreibt Franz Brunner in seinem Kommentar. Und auch Markus Boll ist der Meinung, dass es in Zürich bereits genug asiatische Restaurants gebe. Etwas tiefer sitzt der Verlustschmerz bei Herbert Berger. Er trauert dem Gastrobetrieb nach, der bereits vor Mr. Wong in den Räumlichkeiten am Bahnhofplatz 9 domiziliert war: «Dort gab es doch tatsächlich noch Kutteln in vielen Variationen und Schweinswädli und Sauerkraut.»

«Nach asiatischem Essen kommen asiatische Waren»

Was hingegen die Zukunft des Lokals an bester Lage anbelangt, so gehen die Meinungen stark auseinander. Obwohl noch nicht feststeht, was dereinst in den Räumlichkeiten angeboten werden soll, gibt es bereits einige Ideen für die Neunutzung – wenn dabei auch eine gehörige Portion Ironie in den Vorschlägen mitschwingt.

«Ich hätte mir einen Starbucks gewünscht», schreibt beispielsweise Thomas Rauch, und Jon Maier fügt sarkastisch hinzu, dass auch ein weiteres Pizzarestaurant eine Option für den Laden wäre. «Nach asiatischem Essen kommen asiatische Waren», fasst Walter Schneider zusammen und spielt damit auf den Import von Kleidern aus China an.

Offenbar sind die meisten Leserinnen und Leser ohnehin davon überzeugt, dass im Mr.-Wong-Lokal bald Kleider verkauft werden. «Schliesslich hat es ja so wenige Kleiderläden in der Schweiz», findet Susanne Meyer. «Juhuuu! Endlich kann man in der Nähe der Bahnhofstrasse auch Kleider kaufen», schreibt Urs Brunner hämisch, und Stefan Meier «freut» sich darauf, dass er endlich aus 59 Kleiderläden auswählen kann und sich nicht mehr nur mit 58 rumschlagen muss.

Oligarchen-Gattinnen-Shopping-Umgebung

Marcel Zürcher hingegen wäre ein chinesisches Restaurant allemal lieber als eine weitere «Lumpenkette mit chinesischen Billigprodukten». Seiner Kritik am Verlust der Vielfalt an Angeboten an der Bahnhofsstrasse schliessen sich einige Leser an. Die Gegend verkomme langsam vollends zur «Oligarchen-Gattinnen-Shopping-Umgebung», schreibt Hans Bieri. «Die Normalsterblichen dürfen, wenn sie Glück haben, höchstens noch einen kurzen Schaufensterbummel ablegen. Der Kreis 1 wird langsam seelenlos.» Die Bahnhofstrasse sei vor 40 Jahren noch «voller Leben und gut durchmischt» gewesen, erinnert sich Leser Peter Gaissberger. «Ein richtig gutes Ausgehgebiet und Einkaufsstrasse. Was jetzt dort abgeht, ist zum Heulen.»

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