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Atmen, bis die Schamlippen flattern

Wo muss man aufpassen, dass sich erste und zweite Ehefrauen nicht in die Quere kommen? Im Pilates-Training.

Eigentlich passe ich exakt in die Zielgruppe: Fitnessbewusst, weiblich und vor allem eitel. Deshalb wundert es mich selbst, wie ich es die vergangenen dreissig Jahre geschafft habe, Pilates weiträumig zu umschiffen. Doch damit ist seit letzte Woche Schluss, seit ich ins Studio von Karolina Schmid pilgerte, um mich mal eben gepflegt etwas foltern zu lassen. Zumindest war das der erste Eindruck ob all der furchteinflössenden Gerätschaften, die offensichtlich zu dieser speziellen Art von Gymnastik gehören.

Erfunden hat das Ganze der Deutsche Joseph Pilates und zwar bereits in den Zwanzigerjahren. In den Neunzigern entdeckten es dann Hollywoodstars als Königsweg zum damaligen Schönheitsideal mit der Haltung und möglichst wenig Fett – bald schwörte die internationale Celebrity-Gilde auf dieses Training. Und all jene, die gern so sein möchten. Schmid – gebürtige Amerikanerin – beschäftigt sich seit den Achtzigern mit dem Sport und führt in der Mühle Tiefenbrunnen das älteste Pilates-Studio der Stadt. Hier schweben blonde Züriberg-Ladys herein und hinaus und gönnen sich nach dem Training Champagner, und Schmid muss vor allem aufpassen, dass sich in ihrem Studio erste und zweite Ehefrauen nicht über den Weg laufen und sich in die Haare kriegen.

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