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IG Taxi stellt Chauffeure an den Internet-Pranger

Der Kampf zwischen den Stadtzürcher Taxifahrern und den Landtaxis geht in die nächste Runde: Jetzt sammelt die IG Taxi auf ihrer Homepage die Autonummern von fehlbaren Fahrern.

tif
Buhlen um die Kundschaft am Hauptbahnhof: Auf Zürichs Strassen ist ein eigentlicher Kampf zwischen den Taxifahrern ausgebrochen.
Buhlen um die Kundschaft am Hauptbahnhof: Auf Zürichs Strassen ist ein eigentlicher Kampf zwischen den Taxifahrern ausgebrochen.

Wer in der Stadt Zürich ohne entsprechende Konzession als Taxifahrer Kunden sucht, wird von der Stadtpolizei verzeigt und muss mit Bussen in dreistelliger Höhe rechnen. Trotzdem haben Mitglieder der im März gegründeten IG Taxi bereits mehrfach Landtaxichauffeure auf Kundenfang in Zürichs Strassen entdeckt – und sie haben die Nummern der fehlbaren Fahrer notiert.

Auf der Homepage der IG werden die Autonummern mit den dazugehörigen Adressen der Autolenker fein säuberlich aufgelistet. 28 persönliche Daten wurden bisher publiziert. «Wir dulden nicht mehr, dass Landtaxis ihren Arbeitsort in die Stadt verlegen und uns Taxifahrern mit städtischen Konzessionen systematisch Kunden wegschnappen», erklärt die Präsidentin der IG Taxi, Dolores Zanini, das Vorgehen am Mittwoch gegenüber der Pendlerzeitung «20 Minuten». In Anbetracht der Tatsache, dass in Zürich bereits 1500 Taxis um die Aufträge kämpfen, sei dies ein unhaltbarer Zustand, heisst es auf der Homepage der IG Taxi.

Vorgehen der IG Taxi ist «problematisch»

Der Datenschützer der Stadt Zürich, Marcel Studer, bezeichnet das Vorgehen der IG Taxi als problematisch. «Die Betroffenen könnten juristisch dagegen vorgehen», sagt er zu «20 Minuten». Dem widerspricht Zanini mit dem Argument, dass die Namen nur genannt werden können, weil die Fahrer die Infos über ihre Nummernschilder nicht gesperrt haben. Autonummern von Chauffeuren, die die Stadtkundeprüfung absolviert haben und legal in Zürich nach Kunden suchen, würden selbstverständlich wieder aus dem Verzeichnis gelöscht.

Einer der Taxichauffeure, der auf der Liste aufgeführt ist, erklärt gegenüber der Pendlerzeitung, er fahre nur in die Stadt, wenn er von Stammkunden bestellt werde. «Das ist erlaubt», beteuert er. Trotzdem werde die Konkurrenzsituation zwischen den Land- und den Stadttaxis immer aggressiver: «Als einer mir die gelbe Taxilampe wegreissen wollte, kam es fast zu einer Schlägerei.»

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