Im «Hotel Suff» übernachten viele Auswärtige

751 Personen wurden von der Zürcher Polizei im vergangenen Jahr in die Ausnüchterungsstelle eingewiesen. Stadtzürcher waren eine Minderheit.

Nur 40 Prozent Stadtzürcher eingewiesen: Die Ausnüchterungsstelle der Stadtpolizei 2014.

Nur 40 Prozent Stadtzürcher eingewiesen: Die Ausnüchterungsstelle der Stadtpolizei 2014. Bild: Sabina Bobst

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Im Volksmund wird die Zürcher Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle (ZAB) «Hotel Suff» genannt. Wer eingewiesen wird, bezahlt 450 bis 600 Franken. 751 Personen mussten diese Rechnung im Jahr 2016 berappen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Fast die Hälfte aller Fälle wurden in den Nächten auf einen Samstag oder Sonntag registriert. Alleine am Street-Parade-Samstag im August nahm die Polizei 18 betrunkene und mit Drogen zugedröhnte Raver in Gewahrsam.

Rund 38 Prozent der Eingewiesenen waren 2016 Stadtzürcher (284 Personen). Aus dem Kanton Zürich kamen 33 Prozent (251) und aus der restlichen Schweiz weitere 17 Prozent (127). Rund 8 Prozent (59) hatten einen Wohnsitz im Ausland angegeben. Für 4 Prozent gibt es keine Angaben zum Wohnsitz. Damit jemand ins Hotel Suff kommt, muss die Person im Rausch sich selber oder andere gefährden, sagt Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei, in der «NZZ am Sonntag».

Ein Vergleich der Zahlen mit früheren Jahren sei schwierig und wenig aussagekräftig, sagt Cortesi. Erst seit dem Umbau 2015 ist die ZAB regulär an sieben Tagen die Woche in Betrieb. Im November 2014 sagten die Stadtzürcher Stimmberechtigten deutlich Ja zur definitiven Einführung der ZAB. Als Referenz für die Abstimmung dienten damals die 1002 Betrunkenen, die 2013 in die Ausnüchterungsstelle überführt wurden, also ein Drittel mehr als letztes Jahr.

Erstellt: 29.01.2017, 13:39 Uhr

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