In Zürichs neustem 5-Stern-Hotel

In einer Woche wird das Atlantis wieder eröffnet. Tagesanzeiger.ch/Newsnet konnte schon heute einen ersten Blick in das Luxushotel werfen.

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Noch fahren Lastwagen statt Mercedes vor, und ein paar Toi-Toi-Klos verstellen den Blick auf die Einfahrt des frisch renovierten Atlantis am Fusse des Uetlibergs. Elektriker schrauben an der Beleuchtung herum, in einer Ecke sind Marmorplatten gestapelt, und vorerst gelangt man nur über den Seiteneingang in das neuste Luxushotel der Stadt. Die Bauarbeiten befinden sich im Endspurt – denn in einer Woche feiert das Atlantis by Giardino Eröffnung.

Im Eingangsbereich ist die wiedergewonnene Grandezza des Hauses schon heute zu sehen und zu spüren. Zwischen Männern in Arbeiterkleidung und Overall, die konzentriert die letzten Handgriffe an den Einbauten vornehmen, hilft einem adrett gekleidetes Hotelpersonal mit einem Lächeln aus dem Mantel und geleitet einen in die Lobby.

Wiederbelebung der 70er-Jahre

Links schwingt die Réception aus geschnitztem Holz in den Raum, rechts öffnet sich der Blick über eine Fensterfront in den Garten mit seinem künstlich angelegten Weiher. Im trüben Novembermorgen warten auf der Terrasse ein paar Loungemöbel auf besseres Wetter. Kissen sind trotzdem bereits darauf ausgebreitet. «Für uns ist die ganzjährige Nutzung des Aussenraums sehr zentral», sagt General Manager Martin Vossen beim Rundgang durch das Haus. Dies sei mit ein Grund, weshalb man den neuen Aussenpool auf der Rückseite des Hotels gebaut habe. «Dort hat man länger Sonnenlicht.»

Weiss, Braun und Gold sind die vorherrschenden Farbtöne im Innern des Hotels. Marmor, Messing, Holz und Naturstein die verwendeten Materialien. Alles in Anlehnung an die Ursprünge des Hauses, das zwischen 1968 und 1970 nach Plänen der Architekten Hans und Annemarie Hubacher in Zusammenarbeit mit Peter Issler gebaut wurde. Auch in den Zimmern wechseln sich moderne Einbauten und Möblierungen mit Elementen ab, die im Stil der 70er-Jahre nachgebaut sind. So hängen in den Ecken Pendelleuchten aus braunem Kugelglas, und die Beistelltische aus weissem Marmor sind mit Messing eingefasst.

Kühe als Attraktion für Gäste aus Übersee

«Dank der aussergewöhnlichen Lage gibt es kein schlechtes Zimmer in unserem Hotel. Die Aussicht ist zu jeder Seite hin herrlich», lobt Vossen die Vorzüge des Hauses. Auch der eher alltäglich anmutende Blick auf den Waldrand und die Kühe, die auf der Weide hinter dem Luxushotel wiederkäuen, sei für Gäste aus New York, Tokio oder Singapur etwas ganz Spezielles.

Keines der 95 Hotelzimmer ist kleiner als 34 Quadratmeter. Die Suite Metropol verfügt sogar über eine Fläche von 250 Quadratmetern. Jedes Badezimmer ist zudem mit Dusche und Badewanne ausgestattet. Hierzu mussten einige Räume zusammengelegt werden. Das Ganze habe etwas vom Zusammensetzen eines Puzzles gehabt, sagt Philippe Frutiger, CEO der Giardino Group, die das Management des Hotels für die Eigentümerin Neue Atlantis AG übernommen hat.

Spa ist noch eine Baustelle

Man habe beim Umbau einige Zugeständnisse an die Vorgaben des Denkmalschutzes machen müssen. Unter anderem durfte an der Deckenhöhe nichts geändert werden, und auch die grosse Wendeltreppe im Zentrum des Hauses mussten die Bauherren belassen. Inzwischen krönt sogar eine Glaskuppel den Treppenabschluss, über welche das Tageslicht bis in den Spa-Bereich im Untergeschoss dringt.

Wo den Gästen dereinst ein Indoorpool mit Jacuzzi, eine Sauna, eine Fitnesszone mit Dampfbädern und mehrere Räume für Gesichtsbehandlungen und Massagen zur Entspannung bereitstehen werden, herrscht heute aber noch ohrenbetäubender Lärm. «Diesen Bereich werden wir erst am 15. Dezember eröffnen können», sagt Frutiger. Die Rohbauten sind aber schon jetzt vielversprechend. Die Wände sind mit hellem Naturstein oder Granit verkleidet, der Boden mit unbehandeltem Marmor ausgelegt. In den Gängen sind Wände in Wellenform eingezogen, denen noch die Holzverkleidung fehlt.

Beduftungsanlage sorgt für Wohlbefinden

Auch in den verschiedenen Restaurants im ersten Obergeschoss ist noch nicht alles fertig eingerichtet. Zwar liegen einige der 300 Weine bereits gekühlt in Glasschränken, und im Humidor der Smoker's Lounge warten ein paar erlesene Zigarren auf die Genussraucher. Noch fehlen aber die Sitzmöbel in der Bar Hide & Seek.

Der Ballsaal Wave ist sogar noch ganz leer. Dafür ist die Sicht durch die meterhohen Fenster auf den Obstgarten vor dem Haus und die Stadt noch unverstellt, und es lässt sich schon erahnen, wie hier dereinst grosse Bankette gefeiert werden können. «Wir haben jetzt schon zahlreiche Reservationen, und auch die Zimmerauslastung ist bereits sehr gut», sagt Vossen.

Momentan riecht es in den Sälen und Konferenzzimmern aber noch nach Farbe und Kunststoff. Auch das soll sich gemäss Frutiger ändern, wenn das Hotel offen ist. Dann wird die neue Beduftungsanlage in Betrieb sein und die Räume mit dem typischen Giardino-Duft einhüllen – einer Mischung auf Basis von Merlot-, Honig- und Mandelaroma, kreiert von Frutigers Ehefrau Daniela in Zusammenarbeit mit einem Tessiner Winzer. «So fühlt sich jeder, der in einem unserer Hotels logiert, gleich zu Hause.»

Das Hotel Atlantis by Giardino ist ab 1. Dezember 2015 wieder für Gäste offen. Die Zimmerpreise bewegen sich je nach Saison, Grösse und Lage zwischen 515 und 3910 Franken. Bis zum 20. Dezember wird auf alle Zimmer ein Preisnachlass von 30 Prozent gewährt.

Erstellt: 26.11.2015, 14:33 Uhr

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