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In diesem Altersheim wird kaum jemand über Enkelkinder sprechen

Schwule und Lesben aus Zürich wünschen sich für das Alter eine betreute Wohnmöglichkeit, in der sie ihre Homosexualität offen leben können.

Beatrice Buchser und Vincenzo Paolino von «QueerAltern» wollen das Projekt in vier, fünf Jahren realisieren. Foto: Reto Oeschger
Beatrice Buchser und Vincenzo Paolino von «QueerAltern» wollen das Projekt in vier, fünf Jahren realisieren. Foto: Reto Oeschger

Ernst Ostertag weiss genau, was er selbst nie erleben will. Als 84-jähriger Homosexueller kann er aus dem Stegreif schlechte Erlebnisse aufzählen, die schwulen Freunden in Altersheimen widerfahren sind. Einer sei von einer Frau bedrängt worden. Sie ignorierte, dass er schwul war, und wollte ihn «umpolen». Ostertags Bekannter fühlte sich so belästigt, dass er frustriert aus dem Altersheim auszog. Ein anderer war bisher zu verschlossen, um sich zu outen. Er ziehe sich immer mehr in sein Zimmer zurück und vereinsame. Andere Freunde würden von religiösen Heimbewohnerinnen diskriminiert, oder es werde getuschelt, wenn sie Männerbesuch empfangen. «Das will ich mir nicht antun», sagt Ostertag. Schon gar nicht, weil er selbst ein Leben lang gegen die Diskriminierung von Homosexuellen zu kämpfen hatte.

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