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Feuerwerk wegen Klima absagen?

Eine Stadt geht radikal gegen das Sommerfest-Feuerwerk vor. Zürich wählt fürs Züri-Fäscht einen anderen Weg.

21'500 Franken zahlt das Fäscht-OK an Myclimate, um den CO2-Ausstoss zu kompensieren. 2004 (Bild) war dies noch nicht der Fall.
21'500 Franken zahlt das Fäscht-OK an Myclimate, um den CO2-Ausstoss zu kompensieren. 2004 (Bild) war dies noch nicht der Fall.
TA

In Konstanz ist bald ausgefeiert. Das bekannte Seenachtsfest wird diesen Sommer das letzte Mal in herkömmlicher Grösse stattfinden. Ab 2020 werde man es stark schrumpfen, verkündete der Oberbürgermeister kürzlich. Grund dafür ist der «Klimanotstand», den die deutsche Grenzstadt ausgerufen hat. Dazu passe das Seenachtsfest nicht mehr. In der Kritik steht besonders das Feuerwerk, das zu viel CO2 und Feinstaub verbreite.

Am Züri-Fäscht, das in knapp einem Monat stattfindet, gibt es gleich drei Feuerwerke. Eines am Freitagabend, zwei am Samstag. «Darauf zu verzichten, ist für uns heute unvorstellbar», sagt Pressesprecher Andreas Hugi. Das Feuerwerk sei ein integraler Teil der Festgeschichte.

Essen ist am schädlichsten

Man unternehme schon länger viel in Sachen Umweltschutz, sagt Hugi. So wird das Festprogramm – Feuerwerk, Flugshow, Bühnendarbietungen – CO2-kompensiert. Die Veranstalter zahlen dafür 21'500 Franken an Myclimate. Diese Organisation, die Klimaprojekte unterstützt, wird auch einen Stand auf dem Festgelände betreiben.

Das offizielle Programm sorgt für 12 Prozent der CO2-Emissionen, die das Züri-Fäscht insgesamt absondert. Feuerwerk und Flugshow tragen je 0,2 Prozent davon bei. 40 Prozent fallen durch die An- und Heimreise der 2 Millionen Besucher an, der Rest durch die Verpflegung. 2019 werde der Anlass geschätzte 12'437 Tonnen CO2 verursachen, sagt Hugi. Diese Menge nehme beständig ab. «Wir sparen bei der Energie und beim Material.»

Das Züri-Fäscht schont das Klima

Die Grossveranstaltung am See hat auch einen positiven Effekt auf die Umwelt. Für Autos bleibt die Innenstadt während des Festwochenendes gesperrt. Rund 86 Prozent der Besucherinnen reisen daher mit Zug und Bus an. «Dieser Anteil liegt viel höher als an einem gewöhnlichen Wochenende», sagt Hugi.

Trotzdem wird das Züri-Fäscht von links-grüner Seite als Umweltproblem wahrgenommen. Vor der letzten Ausführung 2016 kritisierten SP und AL «Gigantismus» und «Wegwerfmentalität». Und sie forderten ein Ende der Flugshows. Das Postulat dazu scheiterte im Gemeinderat knapp.

Drohnen statt Feuerwerk?

Auch die Feuerwerke stossen bei links-grünen Politikern auf wenig Begeisterung. Neue Vorstösse sind aber offenbar nicht geplant. Zur drastischen Senkung des CO2-Ausstosses, den SP, Grüne, GLP, AL und EVP anstreben, sei das Festprogramm zu wenig relevant, heisst es.

Und die Veranstalter bemühen sich. Dieses Jahr testen sie erstmals eine klimaschonende Attraktion. Vor und nach den Feuerwerken finden Drohnenshows statt. Dabei zeichnen 150 leuchtende Fluggeräte Figuren in die Luft. «Vielleicht», sagt Sprecher Andreas Hugi, «finden unsere Besucher solche Shows irgendwann sogar spannender als die Feuerwerke.»

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