Zum Hauptinhalt springen

Islamische Gräber weiter zulässig

Muslime dürfen weiterhin gemäss ihrem Ritus auf öffentlichen Friedhöfen beerdigt werden – wenn dies die Gemeinde vorsieht.

Auf dem Friedhof in Zürich-Witikon liegen muslimische Verstorbene auf einem abgetrennten Gräberfeld.
Auf dem Friedhof in Zürich-Witikon liegen muslimische Verstorbene auf einem abgetrennten Gräberfeld.
BEAT MARTI

Muslimen sollen keine Sonderrechte bei Bestattungen auf öffentlichen Friedhöfen eingestanden werden, verlangen SVP und EDU im Kantonsrat mit einer Parlamentarischen Initiative. Vorab in der Stadt Zürich sei der Platz auf den Friedhöfen knapp, argumentierte Barbara Steinemann (SVP, Regensdorf) an der gestrigen Debatte im Rat. Da könne nicht zugelassen werden, dass Gräber muslimischer Verstorbener länger bestehen bleiben als bei uns üblich, weil der islamische Ritus das so vorsieht. «Damit werden Tote erster und zweiter Klasse geschaffen.» Die Initiative will verbieten, dass besondere Grabfelder für Andersgläubige eingerichtet werden. Dazu seien Privatfriedhöfe zu schaffen.

Dass einer solchen Vorlage eine Diskussion über Religionsfreiheit, Integration und Rassismus folgte, war klar wie das Amen in der Kirche. Robert Brunner (Grüne, Steinmaur) verwies auf das verfassungsmässig garantierte Recht auf ein «schickliches Begräbnis», das auch für Angehörige anderer Religionen gelte. Rolf Steiner (SP, Dietikon) betonte, dass mit der gültigen Regelung, wonach dieser Entscheid den Gemeinden obliege, nur gute Erfahrungen gemacht würden. Für die CVP stehe die «Egalité der Menschen vor und nach dem Tode felsenfest», betonte Patrick Hächler (Gossau), doch sehe seine Fraktion in dieser Sache keinen Grund, in die Gemeindeautonomie einzugreifen.

Urs Lauffer (FDP, Zürich) konnte der Idee von privaten Friedhöfen «nur in der Theorie» etwas abgewinnen. In der Praxis habe es fast zehn Jahre gebraucht, bis die Israelitische Cultusgemeinde die Erlaubnis für einen Privatfriedhof bekommen habe, weil sich die SVP dagegen wehrte. Lauffer: «Ich kann mir die Diskussionen lebhaft vorstellen, wenn irgendwo ein privater Muslimfriedhof entstehen sollte.»

SVP und EDU scheiterten mit ihrer Parlamentarischen Initiative knapp. Sie fanden ausserhalb ihrer Fraktionen keinen Zuspruch und brachten 58 Stimmen zusammen. 60 wären für eine vorläufige Unterstützung nötig gewesen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch