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IZRS weicht aus nach Istanbul

Die Konferenz des Islamischen Zentralrats soll aus Protest statt in Zürich nun in der Türkei stattfinden. Das hat der Verein heute unter speziellen Umständen mitgeteilt.

Protest gegen die beschnittene Versammlungsfreiheit: IZRS-Präsident Nicolas Blancho mit Generalsekretärin Ferah Ulucay (links) und Sprecherin Janina Rashidi an der heutigen Medienkonferenz. (Bild: Sabina Bobst)
Protest gegen die beschnittene Versammlungsfreiheit: IZRS-Präsident Nicolas Blancho mit Generalsekretärin Ferah Ulucay (links) und Sprecherin Janina Rashidi an der heutigen Medienkonferenz. (Bild: Sabina Bobst)

Zweimal wurde der Islamische Zentralrat (IZRS) in dieser Woche ausgeladen: Einmal am Montag vom Zürcher World Trade Center, wo er am 6. und 7. Mai eine Konferenz abhalten wollte. Einmal am Donnerstag vom Zürcher Hotel St. Gotthard, wo er an einer Medienkonferenz mitteilen wollte, wie es nun weitergeht.

Für die heute Freitag nachgeholte Medienkonferenz wurde nun nicht mal mehr ein Ort angekündigt. Die Journalisten wurden an der Tramstation Bahnhofquai beim Zürcher Hauptbahnhof abgeholt und ins Hotel Continental geführt. Dort sagte IZRS-Präsident Nicolas Blancho zunächst einmal gar nichts.

Er, Generalsekretärin Ferah Ulucay und IZRS-Sprecherin Janina Rashidi hatten sich mit Papierstreifen den Mund zugeklebt. «Versammlungsfreiheit», stand darauf. Auf diesem stummen Protest folgte der verbale: Blancho eröffnet die Pressekonferenz mit einem Plädoyer. «Was passiert ist, ist die Auflösung der Grundrechte so wie ich sie kenne», sagt Blancho. Die eigentliche Gefahr in der Schweiz, sei die nicht die Radikalisierung der Muslime, sondern die Radikalisierung der Islamophobie.

Dann verkündetete die IZRS-Generalsektretärin Ferah Ulucay den neuen Veranstaltungsort, der «Longing for Peace»-Konferenz: «Wir gehen dorthin, wo wir unsere Meinung noch äussern dürfen; nach Istanbul.» Dort wird ihnen jene Freiheit gewährt, die ihnen die Schweiz verweigert, suggerieren sie. Die Veranstaltung soll live ins Internet übertragen werden. Nach den Verlautbarungen reichen weitere IZRS-Mitglieder arabischen Tee und Ba­k­la­va, ein türkisches Gebäck.

IZRS widerlegt Aussagen des Hotels

Die Ankündigung ist eine provokative Reaktion auf die Turbulenzen der letzten Tage. Der IZRS, wegen seiner Nähe zu sogenannten Hasspredigern umstritten, plante seine Konferenz zunächst im Zürcher World Trade Center. Am Montag jedoch sagte die Immobilienbesitzerin, die Pensionskasse BVK, den Veranstaltern ab. Dies aufgrund von Medienberichten, wonach Referenten mit radikalem Gedankengut eingeladen worden seien.

Am Donnerstag wollte der IZRS bei einer Medienkonferenz im Hotel St. Gotthard an der Bahnhofstrasse die neuen Räumlichkeiten für die Friedenskonferenz kommunizieren. Auch diese Pressekonferenz wurde kurzfristig verhindert vom Verwaltungsrat des Hotels.

Im 4-Sterne-Haus wollte man nichts von der geplanten Veranstaltung gewusst haben. «Wir waren uns nicht bewusst, was die in diesem Saal machen», sagte Hoteldirektor Martin Santschi gegenüber dem «Blick». Man sei in die Irre geführt worden. Der Islamische Zentralrat postete daraufhin auf seinem Facebook-Profil eine Bestätigung der Raummiete im Hotel St. Gotthard, wo der Anlass klar als «Pressekonferenz» deklariert ist.

Bild: Facebook/Islamrat
Bild: Facebook/Islamrat

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