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Jährlich 5000-mal um die Welt fliegen ist der ETH zu viel

Die ETH Zürich steckt in einem Dilemma. Für die Mitarbeiter sind Konferenzen im Ausland wichtig, Fliegen schadet aber dem Klima.

Öfter am Boden bleiben: Die ETH will, dass die Mitarbeiter weniger fliegen – der Umwelt zuliebe.
Öfter am Boden bleiben: Die ETH will, dass die Mitarbeiter weniger fliegen – der Umwelt zuliebe.
Darrin Zammit Lupi/Reuters

Erstmals veröffentlicht die ETH Zürich Zahlen dazu, wie viel die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule jährlich fliegen. Die rund 13'000 Personen umrunden jährlich etwa 5100-mal die Erde, wie das SRF-Regionaljournal berichtet. Zum Vergleich: Das entspricht der Distanz, wie wenn jeder Mitarbeiter einmal im Jahr nach Zypern und zurück reisen würde. Das ist zu viel, findet die ETH. Nun prüft sie Massnahmen für eine bessere CO2-Bilanz.

Dabei steckt die Hochschule in einem Dilemma: Für die Forscher sind Reisen an Konferenzen im Ausland ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. In einigen Fachgebieten, wie beispielsweise der Informatik, seien Konferenzen gar wichtiger als Publikationen, sagt Ulrich Weidmann, Mitglied der ETH-Schulleitung, gegenüber SRF. Andererseits sei die Hochschule eine Vorreiterin bei Klimafragen und könne dadurch die Natur nicht derart belasten.

Mitarbeiter sollen entscheiden

Zwar konnte gemäss Weidmann der CO2-Ausstoss pro Mitarbeiter in den vergangenen Jahren stabilisiert werden, aber die ETH ist gewachsen. Deshalb ist in den letzten zehn Jahren der CO2-Ausstoss um ein Drittel auf 18'000 Tonnen angestiegen.

Um wie viel die ETH die Emissionen reduzieren will, bleibt vorerst unklar. Auch bei den Massnahmen bleibt sie vage. Telefon- und Videokonferenzen sowie Skype sollen einen Teil der Reisen ersetzen. Es bleibe aber den Mitarbeitenden überlassen, ob es für ein Projekt den persönlichen Kontakt brauche oder nicht.

Christoph Küffer ist Privatdozent am Institut für Integrative Biologie an der ETH Zürich. Er hat sich im vergangenen Jahr vorgenommen, nicht zu fliegen. Er wollte an sich selbst testen, wie ein Umbau unserer Institutionen hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft funktionieren kann, schrieb er in einem Gastbeitrag für Redaktion Tamedia. Geschafft hat er es nicht ganz. Ein Mal sei er geflogen, im Stolz sei er deswegen verletzt. Aber der Ausrutscher führte ihn zu der Erkenntnis: «Es ist wirksamer, wenn alle das Fliegen reduzieren. Wer nur einen Teil seiner Flüge streicht, hat einen ersten Schritt getan. Nichts zu ändern, kann sich ein Wissenschaftler hingegen nicht leisten.»

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