Jahrmarkt der Ausserirdischen

In Dübendorf treffen sich diese Woche Astronauten, Physiker und Musikstars zum Starmus-Festival.

Immerhin per Liveschaltung dabei: Elon Musk. (Video: SDA)

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Die Hitze vor der Samsung Hall war drückend gestern Abend – und in den nächsten Tagen kommts noch schlimmer. Eigentlich hätten sich die Organisatoren des Starmus-Festivals keine bessere Woche aussuchen können, um Astronauten, Kosmonauten, Starmusiker und Weltraumforscher über den Menschen auf dem Mond und die Zukunft der Welt diskutieren zu lassen. Denn wer weiss, vielleicht ist der Tag, an dem wir uns neue Weidegründe suchen müssen, angesichts der steigenden Temperaturen nicht so weit weg, wie wir denken.

An den Weltuntergang denkt um 19.30 Uhr vor der Dübendorfer Eventhalle trotz Hitze niemand. Vielmehr drangen Hunderte von Besucherinnen und Besuchern am zahlreichen Security-Personal vorbei an den Tisch, wo ihre Besucherbändel herausgegeben werden.

Auch Peter Gabriel ist da

Am roten Teppich warten sie dann auf die angekündigten Ausserirdischen. Vor allem eine Frage treibt sie um: Kommt auch der Herrgott der Dotcom-Generation, Elon Musk? Immerhin soll der Tesla- und Spacex-Chef eine «Stephen Hawking Medal for Science Communication» bekommen. Eine Auszeichnung des kürzlich verstorbenen Astrophysikers für Personen oder Projekte, die das Bewusstsein für die Wissenschaft stärken.

Bald ist klar, Musk kommt nicht. Leise enttäuscht schauen die Leute zu, wie der rote Teppich wieder eingerollt wird. Doch ganz ohne ihn geht der Abend dann doch nicht vorbei. Unter dem tosenden Applaus wird er später im hinuntergekühlten Konzertsaal auf Grossleinwand aus dem Kennedy Space Center zugeschaltet, wo er kurz darauf eine Rakete ins All schiesst.

Eine weitere Medaille geht im Übrigen an Roxy-Music-Gründer Brian Eno. Überreicht wird sie von keinem Geringeren als Peter Gabriel, ex Genesis.

Ein zwiespältiger Eindruck

Das Starmus-Festival findet zum fünften Mal und zum ersten Mal in der Schweiz statt. Die ersten drei Ausgaben gab es auf den Kanarischen Inseln, die letztjährige in Trondheim, Norwegen. Motto des fünften Festivals ist das 50-Jahr-Jubiläum der Mondlandung. Es wurde gestern mit dem kosmischen Grosskonzert «Once upon a Time on the Moon» von Oscarpreisträger und Filmmusiker Hans Zimmer eröffnet. Special Guests am spektakulären Auftakt mit Chor und Orchester waren unter anderen Queen-Gitarrist Brian May und Yes-Keyboarder Rick Wakeman.

Im Verlauf der Woche stehen mehrere hochkarätig besetzte Diskussionen auf dem Programm. Unter anderen sind elf Nobelpreisträgerinnen und -träger wie Donna Strickland und Kurt Wüthrich zu hören, und neben den Amerikanern und Russen tritt auch der Schweizer Astronaut Claude Nicollier auf. Dazu sind Filme und immer wieder Musik geplant.

Am Ende des gestrigen Tages blieb der Eindruck zwiespältig. Es gibt in Dübendorf zwar eine Ladung Wissenschaftlichkeit und viel Weltraummusik zu hören. Doch das täuscht nicht darüber hinweg, dass der grosse Schritt ins Ausserirdische einst ohne Staraufgebot und Klamauk vollzogen wird.

Fortsetzung in Armenien

Zum Thema Weltuntergang hat Futurezone.de gestern übrigens die aktualisierte Meinung von Elon Musk veröffentlicht. Er erwartet den Kollaps auf der Erde in rund 30 Jahren, und zwar nicht wegen des Klimawandels, sondern wegen der Überalterung der Bevölkerung. Zur Beruhigung sei angemerkt: Das Szenario von Musk widerspricht den Prognosen der UNO. Sie rechnet mit einem Bevölkerungszuwachs von über einer Milliarde Menschen in den nächsten 30 Jahren.

Ob eine dieser Prognosen zutrifft, kann niemand sagen. Sicher ist aber, dass das nächste Starmus-Festival nächstes Jahr in Armenien stattfindet. Die Einladung dazu wurde von Präsident Armen Sarkissjan gestern persönlich nach Dübendorf gebracht.

Erstellt: 25.06.2019, 10:14 Uhr

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