«James und ich hatten keinen Sex!»

Die Britin Naomie Harris alias Miss Moneypenny spricht vor der Zürcher Bond-Premiere über ihre Fähigkeiten als Secret-Service-Mitarbeiterin und ihre Beziehung zu James Bond.

Man fühlt sich in meiner Gegenwart wohl: Die britische Schauspielerin Naomie Harris in London an der Bond-Weltpremiere. (26. Oktober 2015)

Man fühlt sich in meiner Gegenwart wohl: Die britische Schauspielerin Naomie Harris in London an der Bond-Weltpremiere. (26. Oktober 2015) Bild: Leon Neal/AFP

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Ein echter Agent hat Ihnen im Vorfeld von «Skyfall» einst bescheinigt, dass Sie selbst eine gute Agentin wären. Weil Sie gut darin seien, den Leuten mehr zu entlocken, als sie eigentlich preisgeben wollen. Wie kriege ich mehr aus Ihnen heraus?
Wie Sie mehr aus mir herauskriegen? Viel Glück dabei! (lacht)

Schade. Aber verraten Sie uns den Trick: Wie holen Sie mehr aus den Leuten heraus?
Ich glaube, er meinte schlicht und einfach, dass ich diese Grundeigenschaft habe. Er sagte, dass man sich in meiner Gegenwart sehr wohl fühle und dass man mir gegenüber deshalb eher sein Herz öffne. Und tatsächlich passiert mir das öfters: Manchmal sitze ich neben jemandem in der U-Bahn, und diese Person erzählt mir ihre ganze Lebensgeschichte. Ich bekomme dann alles zu hören: Sie erzählen mir von ihren Lastern und Affären. Ich schätze das sehr. Und als Schauspielerin ist es ein Geschenk. Die beste Art von Recherche, die man haben kann.

Wann ist Ihnen das zum letzten Mal passiert?
Oh, das ist gar nicht lange her: Gerade erst vor zwei Tagen hat mir ein Mann, den ich gerade erst kennen gelernt hatte, seine ganze Beziehungsgeschichte dargelegt.

In «Skyfall» waren Sie als Agentin unterwegs. Im neuen Bond sitzen Sie wieder hinter dem Schreibtisch. Wie gehen Sie mit dieser Veränderung um?
Sehr gut. Die anderen liebten ihre Actionszenen und hätten gern noch mehr gehabt. Mir selbst gefällt es besser im Büro. Und ich glaube, Miss Moneypenny auch.

Sie sagten in einem Interview, Miss Moneypenny sei keine Sekretärin, sondern eher eine Art Beraterin. Trotzdem sitzen Sie im Vorzimmer. Wie geht das zusammen?
Das mit dem Vorzimmer geht auf eine sehr lange Tradition zurück. Moneypenny ist zwar in der Hierarchie klar unter Bond angesiedelt, aber sie ist keine Sekretärin. Sie ist eine Beraterin.

Wünschen Sie sich, dass sich die Frauenfiguren in den Bond-Filmen weiterentwickeln?
Ja, ich glaube, es gibt immer noch Entwicklungsmöglichkeiten. Das Ganze ist immer ein Balanceakt, weil Bond eine lange Tradition in der Art seiner Beziehungen hat und man das nicht einfach weglassen kann. Ich hoffe, dass sich die Rolle der Frau in den kommenden Jahrzehnten mit Bond weiterentwickelt.

Sie haben einen Abschluss in Soziologie und Politologie. Können Sie davon Gebrauch machen?
Auf jeden Fall. Ich habe mich während meines Studiums intensiv mit Psychologie und Anthropologie beschäftigt – vor allem damit, was ein Individuum ausmacht, was einen Menschen zu dem macht, was er ist. Wie sich der Charakter ausbildet. Als Schauspieler muss man eine Spürnase sein. Dieses Studium hilft mir darum sehr dabei. Man muss in die Figuren eintauchen, ihre Geschichte, ihr Beziehungsnetz erforschen. So formt man eine Figur.

Welche Art von Beziehung haben Bond und Miss Moneypenny eigentlich? Hatten Sie Sex mit ihm im letzten Film?
Nein, hatten wir nicht! Das denken alle. Im Drehbuch war das immer ganz klar aufgeschlüsselt, dass da nichts läuft. In der Endversion des Films hat Sam Mendes extra ein bisschen mit den Zuschauern gespielt. In Tat und Wahrheit könnten Bond und Miss Moneypenny nie was zusammen haben!

Letzte Frage: Zürich war noch nie Schauplatz eines Bond-Films. Könnten Sie nicht ein gutes Wort einlegen?
(lacht) Denken Sie wirklich, ich hätte die Macht dazu? Ich wünschte mir, es wäre so!

Erstellt: 27.10.2015, 19:18 Uhr

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