Bardem schlägt sich in Zürich auf die Seite von Demonstranten

An der Premiere seines neues Films beobachtet der spanische Star einen Tumult zwischen Umweltaktivisten und Security. Er reagiert prompt.

«Let them stay»: Aktivisten nutzten die Gunst der Stunde – und Bardem half ihnen. (Video: TA)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eigentlich war der spanische Filmstar Javier Bardem am Donnerstagabend auf dem Weg zur Premiere des Films «Sanctuary», den er gemeinsam mit seinem Bruder Carlos produziert hat, als er vor dem Kinoeingang einen Tumult beobachtete. Fünf Umweltaktivisten, die am grünen Teppich auf den Schauspieler warteten, hielten Plakate in die Höhe, auf denen sie die Credit Suisse kritisierten – und wurden von den Sicherheitsleuten weggedrängt.

Die Aktion am Zurich Film Festival war friedlich, das Ziel: die Aufmerksamkeit am Rande einer Filmpremiere zu erregen, welche sich dem Thema Umweltschutz in den Ozeanen der Antarktis widmete. Trotzdem griffen die Sicherheitskräfte ein und wollten die Plakate wegreissen, wie die Initianten der Aktion am Freitag in einem Communiqué mitteilen.

«Sie haben recht»

Bardem, der die Sache beobachtete, wollte wissen, was da geschehe, und war «sichtlich verärgert über das forsche Vorgehen der Security», heisst es in der Mitteilung weiter. Der Spanier sei eingeschritten und habe sehr zur Freude der Aktivisten die Sicherheitskräfte gestoppt. «They are right, as long as they are respectful, let them stay» – «Sie haben recht. Solange sie respektvoll vorgehen, lasst sie bleiben» –, soll er zu ihnen gesagt haben.

Der spanische Schauspieler und seine Botschaft am ZFF.

Die fünf Demonstranten konnten aufgrund seines Einschreitens ihre Plakate weiter vor den Gästen der Filmpremiere präsentieren. Konkret kritisierten sie die CS, klimaschädliche Industrien noch immer mit Beträgen in Milliardenhöhe zu unterstützen. Die Bank ist ein wichtiger Sponsor des Zurich Film Festival und CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner mit der Gründerin Nadja Schildknecht liiert.

Bardem bricht in Tränen aus

Oscar-Preisträger Javier Bardem engagiert sich selbst aktiv für den Umweltschutz. Im Film «Sanctuary» begleitet Regisseur Alvaro Longoria die Brüder Bardem auf eine Mission, die sie gemeinsam mit Wissenschaftlern zum Weddellmeer führt, wo sie sich für die Errichtung des weltweit grössten Meeresschutzgebiets einsetzen. Die Bardems zeigen im Film, was konkret getan werden muss und wie jeder Einzelne zum Schutz der Umwelt beitragen kann.

Wie sehr dem Spanier die Umwelt am Herzen liegt, zeigte sich auch am Freitagnachmittag an einer Veranstaltung im Zürcher Filmpodium, bei der er seinen Film vorstellte. Als ihm ein 15-Jähriger aus dem Publikum eine Frage zum Klimawandel stellte, wurde er zu Tränen gerührt. «Dass du hergekommen bist, um über dieses Thema zu reden, während du in deinem Zimmer sitzen und gamen könntest, berührt mich sehr», sagte der 50-jährige Oscarpreisträger. «Und dann heisst du auch noch Leo, wie mein Sohn», soll er gemäss sda gestammelt haben. Dann habe er die Fassung wieder gewonnen und alle Anwesenden dazu aufgerufen, «jetzt die Richtigen in die Politik zu wählen.» (tif)

Erstellt: 04.10.2019, 11:14 Uhr

Artikel zum Thema

Javier Bardem bricht nach Teenager-Frage zum Klimaschutz in Tränen aus

Der Schauspieler wurde an einer Masterclass am Zurich Film Festival emotional. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Fliegende Körner: Ein Bauer erntet Reis auf einem Feld in Nepal. (15. November 2019) A farmer harvests rice on a field in Lalitpur, Nepal November 15, 2019.
(Bild: Navesh Chitrakar ) Mehr...